Nanotechnologie arbeitet mit Strukturen, die nur wenige Nanometer groß sind – ein Nanometer ist ein Millionstel Millimeter. In diesem Größenbereich verhalten sich Materialien anders als im Alltag. Genau das nutzt die Technik, etwa für Mikrochips, Beschichtungen, Mobiltelefone oder Sonnencremes. Im Nanotechnologiestudium verbindest du Physik, Chemie, Mathematik und Ingenieurwissen und lernst, wie aus Laborergebnissen Produkte werden.
Studieninhalte und Schwerpunkte im Nanotechnologiestudium
Am Anfang stehen die naturwissenschaftlichen Grundlagen: Chemie, Physik, Mathematik, Elektrotechnik und Informationstechnik. Darauf bauen Quantenmechanik, Atomphysik und Nanostrukturphysik auf. Diese Fächer erklären, warum sich Stoffe auf der Nanoskala anders verhalten.
Ein zweiter Block dreht sich um die Anwendung. Du lernst, wie nanowissenschaftliches Wissen in die industrielle Fertigung übertragen wird und welche Produktionsverfahren sich für große Stückzahlen eignen. Im Labor arbeitest du mit Mess- und Herstellungsverfahren für Nanostrukturen.
Typische Module im Überblick
- Grundlagen der Nanotechnologie
- Chemie und Physik der Materialien auf Nanoskala
- Quantenmechanik und Nanostrukturphysik
- Massentaugliche Produktionsverfahren
- Elektronik und Informationstechnik für Nanosysteme
- Anwendungen in Medizintechnik und Pharmazie
- Forschungsmethoden und Labortechniken
- Computational Science und Simulation
Schwerpunkte und Praktika
Je nach Hochschule setzt du später eigene Schwerpunkte, zum Beispiel in Computational Science, Laserphysik, Statistik oder Rechtskunde und Toxikologie. Letztere sind wichtig, weil Nanomaterialien auf ihre Wirkung auf Mensch und Umwelt geprüft werden müssen. Manche Studiengänge vertiefen auch Materialforschung, Nanoelektronik oder Nanomedizin.
Praktika im Labor und in der Industrie gehören fest dazu. Dort wendest du Theorie an, lernst Arbeitsabläufe in Unternehmen kennen und knüpfst erste Kontakte zu möglichen Arbeitgebern.
Voraussetzungen für das Nanotechnologiestudium
Für ein Studium brauchst du eine Hochschulzugangsberechtigung, also zum Beispiel das Abitur oder für ein Studium an einer Fachhochschule die Fachhochschulreife. Die genauen Zulassungsregeln legt jede Hochschule selbst fest. Manche Studiengänge sind zulassungsbeschränkt, andere nicht.
Gute Noten und echtes Interesse an Chemie, Physik und Mathematik erleichtern dir den Einstieg deutlich, weil diese Fächer einen großen Teil der ersten Semester ausmachen. Auch Englisch hilft: Viele Fachtexte und Forschungsarbeiten sind auf Englisch geschrieben.
Studienangebote und Studienverlauf
Einige Hochschulen bieten eigene Studiengänge in Nanotechnologie oder Nanowissenschaften an. Das Fach liegt zwischen Natur- und Ingenieurwissenschaften. Das zeigt sich auch in den Verzeichnissen: Der Hochschulkompass ordnet es den Naturwissenschaften zu, studienwahl.de den Ingenieurwissenschaften.
Üblich ist der Einstieg mit einem Bachelor, der an Hochschulen in Deutschland in der Regel sechs bis sieben Semester dauert. Darauf kann ein Master mit meist drei bis vier Semestern folgen. Wer in die Forschung will, schließt oft eine Promotion an.
Weil sich die Angebote stark unterscheiden, lohnt ein genauer Blick in die Curricula und Modulhandbücher der Hochschulen. Vergleiche, wie hoch der Anteil an Laborarbeit ist, welche Vertiefungen es gibt und ob ein Praxissemester vorgesehen ist.
Berufsaussichten nach dem Nanotechnologiestudium
Nanotechnologie wird in vielen Branchen eingesetzt. Du kannst in industriellen Forschungs- und Entwicklungsabteilungen arbeiten, in der Produktion nanotechnologischer Produkte oder in der Halbleiterindustrie. Weitere Einsatzfelder sind die Herstellung elektronischer Bauteile, Medizintechnik, Feinmechanik und Optik, die pharmazeutische Industrie, Kunststoffverarbeitung, die Farben- und Lackindustrie sowie Fahrzeug-, Luft- und Raumfahrzeugbau. Auch Umweltbehörden beschäftigen Fachleute aus diesem Bereich.
Mit Master oder Promotion stehen dir außerdem Forschung und Lehre an Fachhochschulen und Universitäten offen.
| Berufsfeld | Typische Aufgaben |
|---|---|
| Industrielle Forschung und Entwicklung | Neue Produkte und Verfahren entwickeln |
| Produktion nanotechnologischer Produkte | Herstellung und Qualitätssicherung |
| Halbleiterindustrie | Mikrochips und Halbleitermaterialien entwickeln |
| Beschichtungstechnik | Neue Beschichtungsmaterialien entwickeln |
| Chemische Industrie | Neue chemische Substanzen erforschen |
| Elektronikindustrie | Elektronische Bauteile und Bauelemente entwickeln |
| Maschinenbau | Prozesse und Maschinen weiterentwickeln |
| Umweltbehörden | Umweltschutz und Bewertung von Stoffen |
Wo kannst du in MV Nanotechnologie studieren?
Einen eigenen Studiengang Nanotechnologie oder Nanowissenschaften gibt es an den Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern nach aktuellem Stand nicht. Wenn du das Fach als eigenen Studiengang studieren willst, findest du die Angebote in anderen Bundesländern im Hochschulkompass, den Link findest du unten unter „Weitere Infos“.
Möchtest du in MV bleiben, informiere dich direkt bei den Hochschulen, welche naturwissenschaftlichen und technischen Studiengänge zu deinen Interessen passen. Einen Überblick über alle Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern bietet das Portal, ebenso die Seite „Studieren mit Meerwert“. Persönlich beraten lassen kannst du dich auf den Ausbildungs- und Studienmessen in MV.
Häufige Fragen
Ist Nanotechnologie eher Physik oder Ingenieurwesen?
Beides. Die ersten Semester sind stark von Physik, Chemie und Mathematik geprägt, später kommen Fertigungsverfahren und technische Anwendungen dazu. Wo der Schwerpunkt liegt, hängt vom Studiengang ab.
Wie lange dauert ein Nanotechnologiestudium?
Ein Bachelor dauert meist sechs bis sieben Semester, ein anschließender Master drei bis vier. Für eine Laufbahn in der Forschung ist oft zusätzlich eine Promotion üblich.
Kann ich Nanotechnologie in Mecklenburg-Vorpommern studieren?
Einen eigenen Studiengang dazu gibt es in MV derzeit nicht. Für diesen Studiengang gehst du in ein anderes Bundesland. Welche verwandten Fächer die Hochschulen in MV anbieten, erfährst du direkt bei den Hochschulen oder auf den Studienmessen.
Brauche ich für das Studium besonders gute Noten in Mathe?
Eine feste Notengrenze gibt es nur bei zulassungsbeschränkten Studiengängen. Solide Kenntnisse in Mathematik, Physik und Chemie brauchst du aber, weil die Grundlagenmodule darauf aufbauen.
Weitere Infos
- Studienbereich Nanowissenschaften im Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz: Überblick über das Fach und Suche nach Studiengängen an allen staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland.
- Studienfeld Nanowissenschaften auf studienwahl.de, herausgegeben von der Stiftung für Hochschulzulassung und der Bundesagentur für Arbeit: Studieninhalte, Zugangsvoraussetzungen und typische Berufsfelder.
- Studieren mit Meerwert, das Portal des Landes Mecklenburg-Vorpommern: Hier stellen sich die Universitäten und Hochschulen im Land mit ihren Studienangeboten vor.
