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Kommilitone: Bedeutung und Herkunft des deutschen Wortes

Ein Kommilitone ist jemand, der an derselben Hochschule studiert wie du, egal ob im gleichen Fach oder in einem anderen. Die weibliche Form heißt Kommilitonin, der Plural Kommilitonen. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und bedeutete dort ursprünglich „Mitsoldat“. Hier erfährst du, wie das Wort in den Hörsaal kam, wie du es richtig schreibst und welche Synonyme es gibt.

Herkunft: Woher kommt das Wort „Kommilitone“?

„Kommilitone“ geht auf das lateinische Wort „commilito“ zurück. Es setzt sich aus der Vorsilbe „com-“ (mit, zusammen) und „miles“ (Soldat) zusammen. Ein commilito war also ein Mitsoldat oder Kriegsgefährte. Gemeint war jemand, der in derselben Truppe diente und mit den anderen in den Krieg zog. Aus demselben Wortstamm „miles“ stammen Wörter wie „Militär“ und „Miliz“, die du heute noch benutzt.

Schon in der Antike hatte die Anrede einen besonderen Ton. Der römische Geschichtsschreiber Sueton berichtet, dass Caesar seine Soldaten in Ansprachen nicht einfach „milites“ (Soldaten) nannte, sondern „commilitones“ (Kameraden). Damit stellte er sich sprachlich auf eine Stufe mit ihnen. Woher das lateinische Wort „miles“ selbst stammt, ist in der Sprachwissenschaft nicht abschließend geklärt.

Die Bedeutungserweiterung des Begriffs „Kommilitone“

Ins Deutsche kam das Wort über die Studentensprache. An den Universitäten wurde über Jahrhunderte Latein gesprochen und geschrieben. Studenten übernahmen „commilito“ für ihre Studiengenossen. Aus dem Waffengefährten wurde so der Mitstreiter im Studium: jemand, der dieselben Vorlesungen hört, für dieselben Prüfungen lernt und denselben Alltag an der Hochschule teilt. Der Gedanke dahinter blieb erhalten: Wie die Soldaten einer Truppe stehen Studierende vor denselben Aufgaben und bewältigen sie gemeinsam.

Heute ist die Bedeutung weit gefasst. Kommilitone ist nicht nur, wer mit dir im selben Seminar sitzt. Das Wort gilt für alle Studierenden derselben Hochschule, unabhängig von Fach und Semester. Die militärische Herkunft hört im heutigen Sprachgebrauch kaum noch jemand heraus. Wer von Kommilitonen spricht, denkt an Hörsaal, Bibliothek und Lerngruppe, nicht an Soldaten.

Vom Mitsoldaten zum MitstudentenVom Mitsoldaten zum MitstudentenLateinmilesDer Soldat; derselbe Wortstamm steckt inMilitär und MilizLateincommilitocom- (mit) + miles: Mitsoldat, WaffengefährteUniversitätWort der StudentenStudenten übernehmen commilito für ihreStudiengenossenHeuteKommilitone, KommilitoninAlle Studierenden derselben Hochschule,gleich welches FachQuelle: Wortherkunft lat. commilito, Duden
Das Wort „Kommilitone“ wanderte aus der römischen Armee über die Studentensprache in den heutigen Hochschulalltag.

Die Verwendung des Begriffs „Kommilitone“ heute

Unter Studierenden

Studierende benutzen das Wort, wenn sie über andere Studierende sprechen, etwa so: „Ich habe mit zwei Kommilitoninnen eine Lerngruppe gegründet.“ Im Gespräch klingt es etwas förmlicher als „Leute aus meinem Studiengang“. In Texten, Protokollen oder Beiträgen der Studierendenvertretung ist es dagegen ganz selbstverständlich.

In Ansprachen und Rundmails

Lehrende, Studierendenvertretungen und Hochschulleitungen beginnen Reden, Aufrufe oder Rundmails oft mit „Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen“. Die Anrede betont, dass alle Angesprochenen zur selben Hochschule gehören. Daneben ist heute auch die neutrale Form „Liebe Studierende“ verbreitet.

In Schule und Ausbildung

In der Schule ist das Wort nicht üblich. Wer mit dir in eine Klasse geht, ist dein Mitschüler oder deine Mitschülerin. In der Ausbildung sprichst du von Mitauszubildenden oder Azubi-Kolleginnen und -Kollegen, in der Berufsschule wieder von Mitschülerinnen und Mitschülern. Im dualen Studium, bei dem du zwischen Hochschule und Betrieb wechselst, passt „Kommilitone“ für die Mitstudierenden an der Hochschule.

Die linguistischen Merkmale von „Kommilitone“

„Kommilitone“ ist ein männliches Substantiv. Es wird schwach dekliniert: Außer im Nominativ Singular endet es immer auf -n. Richtig heißt es also „mit meinem Kommilitonen“, nicht „mit meinem Kommilitone“. Im Singular lauten die Formen der Kommilitone, des Kommilitonen, dem Kommilitonen und den Kommilitonen. Im Plural heißt es in allen vier Fällen „Kommilitonen“. Die weibliche Form „Kommilitonin“ bildet den Plural „Kommilitoninnen“. Betont wird die vorletzte Silbe: Kommili-to-ne, mit langem o.

Merkmal Angabe
Geschlecht männlich (maskulin)
Singular der Kommilitone
Genitiv Singular des Kommilitonen
Plural die Kommilitonen
Weibliche Form die Kommilitonin, Plural: die Kommilitoninnen
Worttrennung Kom-mi-li-to-ne
Aussprache [ˌkɔmiliˈtoːnə]

Häufige Schreibfehler: Komilitone, Komolitonen und Co.

Beim Schreiben dieses Wortes passieren leicht Fehler. Typisch sind „Komilitone“ mit nur einem m, „Komolitonen“ mit o statt i oder „Kommilitionen“ mit einem zusätzlichen i. Als Merkhilfe dienen die beiden Bausteine des Wortes: „Kom-“ für „mit“ und „mili-“ wie in „Militär“. Zusammen ergibt das Kom-mili-tone, also zwei m am Anfang und danach nur ein l. Wenn du das Wort in einer Bewerbung, einem Motivationsschreiben oder einer Hausarbeit verwendest, lohnt sich ein zweiter Blick.

Kommilitone: Synonyme und Oberbegriffe

Suchst du ein Synonym für Kommilitone, passen vor allem „Mitstudent“ bzw. „Mitstudentin“ und „Studienkollege“ bzw. „Studienkollegin“. Geschlechtsneutral ist „Mitstudierende“. Die Wörter unterscheiden sich leicht im Ton. „Mitstudent“ beschreibt schlicht, dass jemand mit dir studiert. „Studienkollege“ klingt nach Zusammenarbeit, etwa in Projekt- oder Lerngruppen. „Kommilitone“ ist etwas gehobener und steht gern in Ansprachen und schriftlichen Texten. Das ältere „Studiengenosse“ findest du heute vor allem in historischen Texten.

In einer Hausarbeit oder Bewerbung kannst du zwischen diesen Wörtern wechseln, damit sich „Kommilitone“ nicht in jedem Satz wiederholt. Willst du geschlechtergerecht schreiben, nimmst du die Beidnennung „Kommilitoninnen und Kommilitonen“ oder das neutrale „Mitstudierende“.

Oberbegriffe sind „Studierende“ für alle, die an einer Hochschule eingeschrieben sind, und „Hochschulangehörige“, zu denen auch Lehrende und Beschäftigte zählen. „Kommilitone“ selbst ist kein Oberbegriff. Das Wort beschreibt eine Beziehung: Es bezeichnet die anderen Studierenden aus deiner Sicht.

Synonyme Oberbegriffe
Mitstudent, Mitstudentin Studierende
Studienkollege, Studienkollegin Hochschulangehörige
Mitstudierende –
Studiengenosse (veraltet) –
weitere Informationen zu Kommilitone
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Kommilitoninnen und Kommilitonen in MV finden

Wenn du in Mecklenburg-Vorpommern studieren willst, lernst du deine künftigen Kommilitoninnen und Kommilitonen spätestens zu Beginn des ersten Semesters kennen. Die Hochschulen im Land findest du auf durchstarten-in-mv.de in den Hochschulprofilen in MV. Ausbildungs- und Studienmessen in Mecklenburg-Vorpommern sind unter Termine für Studienmessen in MV aufgeführt. Entscheidest du dich für eine Ausbildung statt eines Studiums, heißen die Menschen an deiner Seite Mitauszubildende. Neben dem Betrieb ist dann die Berufsschule dein zweiter Lernort.

Häufige Fragen

Was ist ein Kommilitone?

Ein Kommilitone ist ein Mitstudent, also jemand, der an derselben Hochschule studiert wie du. Fach und Semester spielen dafür keine Rolle. Die weibliche Form ist Kommilitonin.

Wie schreibt man Kommilitone richtig?

Richtig ist „Kommilitone“ mit zwei m und einem l. Schreibweisen wie „Komilitone“ oder „Komolitonen“ sind falsch. Hilfreich ist die Merkhilfe „Kom-“ plus „mili-“ wie in „Militär“.

Welches Synonym gibt es für Kommilitone?

Gängig sind „Mitstudent“ und „Studienkollege“, jeweils auch in der weiblichen Form. Wenn du alle Geschlechter einschließen willst, schreibst du „Mitstudierende“.

Kann ich Kommilitone auch für Mitschüler sagen?

Üblich ist das nicht. Das Wort gehört zum Studium. In der Schule und in der Berufsschule sagst du Mitschüler oder Mitschülerin, im Betrieb Mitauszubildende.

Was bedeutet das lateinische „commilito“?

„Commilito“ heißt „Mitsoldat“ oder „Waffengefährte“. Das Wort setzt sich aus „com-“ (mit) und „miles“ (Soldat) zusammen. Über die lateinische Sprache der Universitäten wurde daraus die Bezeichnung für Studiengenossen.

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