Im Studium der Sportwissenschaft untersuchst du, wie Bewegung, Training und Sport auf Körper, Psyche und Gesellschaft wirken. Das Bachelorstudium dauert in der Regel sechs bis sieben Semester. An den meisten Hochschulen musst du vorher eine Sporteignungsprüfung bestehen. Danach arbeitest du zum Beispiel im Sportmanagement, in der Gesundheitsförderung oder in der Forschung, oder du schließt ein Masterstudium an.
Inhalte im Sportwissenschaftstudium
Ein großer Teil des Studiums findet im Hörsaal, im Labor und am Schreibtisch statt. Das solltest du wissen, wenn du Sportwissenschaft studieren willst. Du verbindest Wissen aus Medizin, Biologie, Psychologie, Pädagogik und Soziologie und wendest es auf Sport und Bewegung an. Dazu kommen sportpraktische Kurse in verschiedenen Sportarten und Methodenveranstaltungen wie Statistik und wissenschaftliches Arbeiten. Die Schwerpunkte unterscheiden sich je nach Hochschule. Die folgenden Bereiche gehören fast überall dazu.
Sportmedizin
Hier geht es um die medizinische Seite des Sports. Du lernst Aufbau und Funktion des menschlichen Körpers unter sportlicher Belastung kennen. Außerdem erfährst du, wie sich Sportarten und Trainingsmethoden auf Herz, Kreislauf, Muskeln und Gelenke auswirken. Auch Verletzungsvorbeugung und Bewegung in Prävention und Rehabilitation sind Themen.
Physiologie
Die Sportphysiologie befasst sich mit den biochemischen und physiologischen Vorgängen beim Sport, etwa mit Energiestoffwechsel, Atmung und der Anpassung der Muskulatur. Du lernst, wie der Körper auf unterschiedliche Belastungen reagiert und was das für Leistungsfähigkeit und Gesundheit bedeutet. Oft gehören Messungen im Labor dazu, zum Beispiel eine Leistungsdiagnostik auf dem Laufband oder dem Fahrradergometer.
Trainingslehre
In der Trainingslehre, auch Trainingswissenschaft genannt, planst, organisierst und wertest du Training für unterschiedliche Zielgruppen und Sportarten aus. Du lernst, individuelle Trainingspläne zu erstellen. So begleitest du Sportlerinnen und Sportler vom Freizeitsport bis zum Leistungssport auf dem Weg zu ihren Zielen.
Sportpädagogik
Die Sportpädagogik beschäftigt sich damit, wie sportliche Inhalte und Werte vermittelt werden – in der Schule, im Verein und in Freizeitangeboten. Du lernst pädagogische Ansätze kennen und übst, Übungsstunden und Sportveranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu gestalten.
Sportpsychologie und Sportsoziologie
Die Sportpsychologie beschäftigt sich mit Motivation, Konzentration und dem Umgang mit Druck im Wettkampf. Die Sportsoziologie betrachtet Sport als Teil der Gesellschaft. Sie untersucht zum Beispiel, warum manche Gruppen mehr Sport treiben als andere, welche Aufgaben Vereine übernehmen und wie Sport in den Medien dargestellt wird.

Studienformen und Hochschulangebote
Sportwissenschaft gibt es an vielen Universitäten in Deutschland. Manche Studiengänge heißen auch „Sportwissenschaften“ oder tragen einen Schwerpunkt wie Gesundheit, Training oder Management im Namen. Je nach Hochschule studierst du das Fach als Ein-Fach-Bachelor oder kombinierst es im Zwei-Fach-Bachelor mit einem zweiten Fach. Die meisten Angebote sind Vollzeitstudiengänge. Einzelne Hochschulen ermöglichen auch ein Teilzeitstudium oder duale Varianten. Am Ende steht meist ein Bachelor of Arts (B.A.) oder ein Bachelor of Science (B.Sc.).
Schwerpunkte, Pflichtmodule und Praktika unterscheiden sich. Lies deshalb vor der Bewerbung die Studien- und Prüfungsordnung der Hochschule. Eine bundesweite Übersicht der Studiengänge findest du im Hochschulkompass und auf studienwahl.de (Links unten).
Voraussetzungen: Numerus clausus in den Sportwissenschaften und Eignungsprüfung
Für ein Bachelorstudium brauchst du eine Hochschulzugangsberechtigung, meist die allgemeine Hochschulreife. Je nach Bundesland und Hochschule reichen auch die fachgebundene Hochschulreife oder eine abgeschlossene Berufsausbildung mit Berufserfahrung. An Fachhochschulen genügt oft die Fachhochschulreife.
Die meisten Hochschulen verlangen außerdem eine bestandene Sporteignungsprüfung. Darin zeigst du Leistungen in mehreren Disziplinen, häufig aus Leichtathletik, Schwimmen, Turnen und Ballsportarten. Manche Hochschulen fordern zusätzlich eine sportärztliche Bescheinigung. Welche Nachweise du genau brauchst, steht in der Ordnung der jeweiligen Hochschule. Auch Prüfungstermine und Anmeldefristen legt jede Hochschule selbst fest. Informiere dich deshalb früh und trainiere gezielt auf die geforderten Normen (Stand kann sich ändern).
Ob es einen Numerus clausus (NC) gibt, hängt vom Studiengang ab. Der NC ist keine feste Grenze. Er ergibt sich jedes Jahr neu aus der Zahl der Bewerbungen und Studienplätze. Manche Studiengänge sind zulassungsfrei: Wer die Eignungsprüfung besteht, bekommt einen Platz. Bei anderen fließt die Abiturnote in die Auswahl ein, teils zusammen mit dem Ergebnis der Eignungsprüfung. Viele Hochschulen veröffentlichen die Grenzwerte der letzten Vergabe. Diese Werte zeigen dir eine Richtung, garantieren aber nichts für dein Bewerbungsjahr.
Studienverlauf im Bachelor
Die Regelstudienzeit des Bachelors liegt meist bei sechs, an einigen Hochschulen bei sieben Semestern. In den ersten Semestern stehen Grundlagen im Vordergrund: Anatomie und Physiologie, Trainingslehre, Sportpädagogik, Methoden und sportpraktische Kurse. Danach wählst du Schwerpunkte, etwa Gesundheit und Prävention, Leistungssport oder Management. In vielen Studiengängen ist ein Praktikum Pflicht, zum Beispiel in einem Verein, einer Reha-Einrichtung oder einem Verband. Den Abschluss bildet die Bachelorarbeit. Wer sich weiter spezialisieren will, hängt einen Master an.
Kosten und Finanzierung des Sportwissenschaftstudiums
An staatlichen Hochschulen zahlst du für ein Erststudium in der Regel keine Studiengebühren. Fällig ist aber jedes Semester ein Semesterbeitrag. Er geht zum Beispiel an das Studierendenwerk und die Studierendenschaft und enthält oft ein Semesterticket. Die aktuelle Höhe steht bei der Hochschule (Stand kann sich ändern). Private Hochschulen verlangen Studiengebühren, die deutlich höher liegen können. Hinzu kommen Kosten, die für ein Sportstudium typisch sind, etwa für Sportkleidung und passende Schuhe für die Praxiskurse.
Für die Finanzierung gibt es mehrere Wege:
- BAföG: staatliche Förderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, im Studium zur Hälfte Zuschuss und zur Hälfte zinsloses Darlehen. Die Höhe hängt von deinem Einkommen und dem deiner Eltern ab.
- Stipendien: von Begabtenförderungswerken und Stiftungen, vergeben nach Leistung oder besonderen Voraussetzungen. Stipendien musst du nicht zurückzahlen.
- Studienkredite: Darlehen, die du nach dem Studium zurückzahlst. Vergleiche die Konditionen vorher genau.
- Unterstützung der Eltern: regelmäßige Zahlungen oder die Übernahme bestimmter Kosten wie Miete.
- Nebenjob: Naheliegend sind Jobs als Übungsleitung im Verein, als Trainerin oder Trainer oder im Fitnessstudio.
Unter bestimmten Bedingungen kannst du Ausgaben für dein Studium steuerlich geltend machen. Für Erst- und Zweitstudium gelten unterschiedliche Regeln. Auskunft geben das Finanzamt oder eine Steuerberatung.

Masterstudium und Berufsperspektiven im Sportwissenschaftbereich
Ein Master ist keine Pflicht. Für Forschung, Hochschule und viele spezialisierte oder leitende Stellen wird er aber erwartet. Das Masterstudium dauert zwei bis vier Semester, meist vier, und setzt einen passenden Bachelorabschluss voraus. Manche Hochschulen verlangen zusätzlich eine Mindestnote oder bestimmte Module.
Typische Masterstudiengänge nach der Sportwissenschaft sind:
- Master in Sportmanagement: Führung von Vereinen und Verbänden, Organisation von Sportveranstaltungen, Sponsoring und Marketing.
- Sportpsychologie: mentale Vorbereitung auf Wettkämpfe, Stressbewältigung, Motivation. Ob du mit einem Sport-Bachelor zugelassen wirst, regelt die jeweilige Hochschule.
- Sportpädagogik: Vermittlung von Sport in Vereinen, Bildungseinrichtungen und Freizeitangeboten.
- Prävention und Rehabilitation mit sportmedizinischen Inhalten.
- Sportwissenschaft mit Forschungsschwerpunkt, etwa Trainings- oder Bewegungswissenschaft, als Weg zur Promotion.
Mit Bachelor oder Master arbeitest du zum Beispiel in Vereinen und Verbänden, in Fitness- und Gesundheitsstudios, in Reha-Einrichtungen und Kliniken oder bei Krankenkassen. Weitere Arbeitsfelder sind die betriebliche Gesundheitsförderung, öffentliche Einrichtungen und Universitäten. Welche Stelle zu dir passt, hängt von deinen Schwerpunkten, Praktika und Zusatzqualifikationen wie Trainerlizenzen ab.
| Berufsfeld | Tätigkeiten | Beispielhafte Arbeitgeber |
|---|---|---|
| Sportmanagement | Sportveranstaltungen organisieren, Vereine und Verbände führen, Sponsoring und Marketing | Sportvereine, Sportverbände, Sportmarketingagenturen |
| Gesundheitsförderung | Bewegungs- und Gesundheitsprogramme entwickeln und anleiten, zu Sport und Gesundheit beraten | Gesundheitsämter, Krankenkassen, Fitnessstudios |
| Sportpsychologie | Sportlerinnen und Sportler mental betreuen, Motivationstraining, Stressbewältigung | Sportverbände, Leistungssportzentren, sportpsychologische Praxen |
| Sportpädagogik | Sportprojekte und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, außerschulischer Sport | Sportvereine, Sportämter, Bildungsträger |
| Forschung | Studien zu Sport und Bewegung, neue Trainingsmethoden und -konzepte entwickeln | Universitäten, Forschungsinstitute, Sportverbände |
Lohnt es sich, Sport zu studieren?
Ob es sich lohnt, Sport zu studieren, hängt vor allem von deinen Erwartungen ab. Vielleicht treibst du gern selbst Sport, kannst aber mit Statistik, Physiologie und Hausarbeiten wenig anfangen. Dann wird dich der hohe Theorieanteil im Studium überraschen. Gut passt das Fach, wenn dich interessiert, warum Training wirkt, wie man Menschen zu mehr Bewegung bringt und wie sich Leistung messen lässt.
Beruflich ist das Feld breit, aber nicht einheitlich. „Sportwissenschaftlerin“ oder „Sportwissenschaftler“ ist keine geschützte Berufsbezeichnung mit festem Einstiegsweg, wie es ihn in Medizin oder Lehramt gibt. Dein Profil schärfst du über Schwerpunkte, Praktika, Nebenjobs und Lizenzen. Vielleicht weißt du schon, dass du an einer Schule unterrichten oder als Ärztin oder Arzt arbeiten willst. Dann passt ein anderer Weg besser, wie der nächste Abschnitt zeigt. Wer lieber praktisch in Fitness, Verein oder Sportbusiness einsteigt, kann auch eine Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau oder zum Sport- und Fitnesskaufmann prüfen.
Alternativen zum Sportwissenschaftstudium
Einige Studiengänge setzen enger an einem Teilbereich des Sports an. Schwerpunkte und Zugangsvoraussetzungen unterscheiden sich je nach Hochschule. Vergleiche die Studienpläne deshalb genau.
Sportmanagement
Ein Studium im Sportmanagement verbindet Betriebswirtschaft mit Sport: Finanzen, Marketing, Recht und die Organisation von Vereinen, Verbänden und Veranstaltungen. Absolventinnen und Absolventen arbeiten etwa in Sportvereinen, Verbänden, Eventagenturen oder bei Sportartikelherstellern.
Sportpsychologie
Sportpsychologie gibt es vor allem als Schwerpunkt im Psychologie- oder Sportstudium und als Master. Du beschäftigst dich mit der mentalen Seite des Sports. Später unterstützt du Athletinnen und Athleten, etwa als Mentaltrainerin, Mentaltrainer oder Coach.
Sportmedizin: Studium oder Weiterbildung?
Sportmedizin ist in Deutschland kein eigenständiges Studium, das zur ärztlichen Tätigkeit führt. Sportmedizinerin oder Sportmediziner wirst du in drei Schritten. Zuerst studierst du Medizin: Die Regelstudienzeit beträgt sechs Jahre und drei Monate, das Studium endet mit dem Staatsexamen. Danach folgt eine Weiterbildung, an die sich die Zusatz-Weiterbildung Sportmedizin nach der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer anschließt. Dich interessieren Verletzungsvorbeugung, Rehabilitation und Leistungsdiagnostik, du willst aber nicht Medizin studieren? Dann findest du diese Inhalte in sportwissenschaftlichen Schwerpunkten und in Mastern zu Prävention und Rehabilitation.
Lehramt Sport
Wer an einer Schule Sport unterrichten will, braucht ein Lehramtsstudium mit dem Fach Sport und einem zweiten Unterrichtsfach. Danach folgt der Vorbereitungsdienst, das Referendariat. Ein Bachelor in Sportwissenschaft allein reicht dafür in der Regel nicht.
Sportwissenschaft studieren in Mecklenburg-Vorpommern
In Mecklenburg-Vorpommern bietet die Universität Rostock den Studiengang Sportwissenschaft mit dem Abschluss Bachelor of Arts (B.A.) an. Wie der Studiengang aufgebaut ist, ob du vorher eine Eignungsprüfung ablegen musst und welche Bewerbungsfristen gelten, erfährst du direkt bei der Universität. Prüfe die Angaben vor jeder Bewerbung, denn Fristen und Termine können sich ändern. Allgemeine Informationen zum Studium im Land bündelt das Portal „Studieren mit Meerwert“ (Link unten). Wann und wo Ausbildungs- und Studienmessen im Land stattfinden, siehst du in der Übersicht der Studienmessen in MV.
Wo du das in MV studieren kannst
Universität Rostock
Universität in Rostock
Häufige Fragen
Gibt es einen NC für Sportwissenschaft?
Das hängt vom Studiengang ab. Manche Angebote sind zulassungsfrei, dann zählt vor allem die bestandene Eignungsprüfung. Bei anderen entscheidet die Abiturnote mit, teils zusammen mit dem Prüfungsergebnis. Der Grenzwert ändert sich jedes Jahr.
Wie lange dauert das Sportwissenschaft-Studium?
Der Bachelor hat meist eine Regelstudienzeit von sechs, manchmal von sieben Semestern. Ein anschließender Master dauert in der Regel vier Semester, an einigen Hochschulen weniger.
Was erwartet dich in der Sporteignungsprüfung?
Du absolvierst Tests in mehreren Disziplinen, häufig aus Leichtathletik, Schwimmen, Turnen und Ballsportarten. Die genauen Normen, Termine und Fristen legt jede Hochschule selbst fest. Informiere dich frühzeitig und bereite dich gezielt vor.
Kannst du mit Sportwissenschaft Sportlehrerin oder Sportlehrer an einer Schule werden?
In der Regel nicht. Für den Schuldienst brauchst du ein Lehramtsstudium mit Sport als Unterrichtsfach und danach das Referendariat. Mit einem sportwissenschaftlichen Abschluss arbeitest du eher in Vereinen, in der Gesundheitsförderung oder in der Forschung.
Wo kannst du in MV Sportwissenschaft studieren?
Die Universität Rostock bietet Sportwissenschaft mit dem Abschluss Bachelor of Arts an. Ob eine Eignungsprüfung nötig ist und welche Fristen gelten, erfährst du direkt bei der Universität.
Weitere Infos
- Studienbereich Sport im Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz: Überblick über das Fach und Suche nach Studiengängen an allen staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland.
- Studienfeld Sport auf studienwahl.de, herausgegeben von der Stiftung für Hochschulzulassung und der Bundesagentur für Arbeit: Studieninhalte, Zugangsvoraussetzungen und typische Berufsfelder.
- Studieren mit Meerwert, das Portal des Landes Mecklenburg-Vorpommern: Hier stellen sich die Universitäten und Hochschulen im Land mit ihren Studienangeboten vor.
