Als Pharmazeutisch-technische Assistentin oder Pharmazeutisch-technischer Assistent – kurz PTA – stellst du in der Apotheke Arzneimittel her, prüfst Ausgangsstoffe im Labor und berätst Kundinnen und Kunden. Die Ausbildung dauert in Vollzeit zweieinhalb Jahre: Zwei Jahre lernst du an einer PTA-Schule, danach folgt ein halbes Jahr praktische Ausbildung in einer Apotheke. Geregelt ist sie im PTA-Berufsgesetz, am Ende steht eine staatliche Prüfung. Die PTA-Ausbildung in MV folgt denselben bundesweiten Regeln wie in jedem anderen Bundesland.
Was machst du als PTA?
Dein Arbeitsplatz ist meist eine öffentliche Apotheke. Dort bist du im Verkaufsraum, im Labor und in der Rezeptur tätig. Pharmazeutische Tätigkeiten übernimmst du unter der Aufsicht einer Apothekerin oder eines Apothekers.
Im Verkaufsraum
Du nimmst Rezepte entgegen, prüfst sie, suchst die verordneten Arzneimittel heraus und gibst sie ab. Du erklärst, wie ein Medikament eingenommen, angewendet und aufbewahrt wird, und fragst nach, welche anderen Mittel jemand bereits nimmt. Bei rezeptfreien Produkten berätst du zur Anwendung. Wenn Beschwerden ärztlich abgeklärt werden sollten, verweist du an eine Ärztin oder einen Arzt.
In Rezeptur und Labor
Manche Arzneimittel gibt es nicht als Fertigprodukt. Dann stellst du sie nach ärztlicher Verordnung selbst her, zum Beispiel Salben, Cremes, Kapseln, Zäpfchen oder Lösungen. Du wiegst Stoffe genau ab, arbeitest mit Feinwaage, Fantaschale, Salbenrührsystem und Kapselfüllgerät und dokumentierst jeden Arbeitsschritt. Im Labor prüfst du Ausgangsstoffe, bevor sie verarbeitet werden – etwa mit einer Schmelzpunktbestimmung oder einer Dünnschichtchromatografie.
Weitere Aufgaben und Arbeitsorte
Zum Alltag gehören auch Warenbestellung, die Kontrolle von Lager und Verfallsdaten sowie die Arbeit mit der Apothekensoftware. Neben öffentlichen Apotheken arbeiten PTA zum Beispiel in Krankenhausapotheken, in der pharmazeutischen Industrie oder in Untersuchungslaboren.
Welche Voraussetzungen brauchst du?
Wer zur Ausbildung zugelassen wird, legt § 10 des PTA-Berufsgesetzes fest. Der übliche Weg ist der mittlere Schulabschluss oder ein anderer gleichwertiger Schulabschluss. Das Gesetz nennt weitere Wege, zum Beispiel einen Hauptschulabschluss zusammen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung von mindestens zwei Jahren. Außerdem darfst du gesundheitlich nicht ungeeignet sein und brauchst die Deutschkenntnisse, die du für die Ausbildung benötigst. Ob dein Abschluss passt, prüft die Schule bei der Bewerbung.
Gute Noten in Chemie und Biologie helfen dir, denn du lernst viel über Stoffe, Reaktionen und den menschlichen Körper. Mathematik brauchst du beim Berechnen von Mengen und Konzentrationen, Deutsch für Beratungsgespräche und die Dokumentation. Im Alltag zählen sorgfältiges Arbeiten, eine ruhige Hand in der Rezeptur und Geduld im Gespräch mit Menschen, die krank oder unsicher sind.
Wie läuft die PTA-Ausbildung ab?
Die Ausbildung dauert in Vollzeit zweieinhalb Jahre, also 30 Monate. Du kannst sie auch in Teilzeit machen, dann soll sie höchstens fünf Jahre dauern. Laut PTA-Berufsgesetz besteht sie aus vier Teilen: der zweijährigen schulischen Ausbildung, einem Praktikum in einer Apotheke während der Schulzeit, einer Grundausbildung in Erster Hilfe und der halbjährigen praktischen Ausbildung in einer Apotheke. Diese reformierte Form der Ausbildung gilt seit 2023.
Die schulische Ausbildung
Die ersten zwei Jahre verbringst du an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule für PTA. Im Unterricht geht es um Arzneimittel und ihre Anwendung, um Chemie, um die Herstellung von Arzneiformen, um Pflanzen als Arzneistoffquelle, um Rechtsvorschriften und um Beratung. Einen großen Teil der Zeit arbeitest du praktisch im Schullabor und in der Übungsrezeptur. Während der Schulzeit absolvierst du außerdem ein Praktikum in einer Apotheke.
Am Ende der Schulzeit legst du den ersten Abschnitt der staatlichen Prüfung ab. Er hat einen schriftlichen, einen mündlichen und einen praktischen Teil. Erst wenn du ihn bestanden hast, darfst du mit der praktischen Ausbildung beginnen.
Die praktische Ausbildung in der Apotheke
Das letzte halbe Jahr arbeitest du in einer Apotheke; Zweigapotheken sind dafür ausgeschlossen. Mit dem Träger der praktischen Ausbildung schließt du einen Ausbildungsvertrag. Darin stehen unter anderem Beginn und Dauer, der Ausbildungsplan, die Arbeitszeit, der Urlaub und die Höhe der Ausbildungsvergütung. Mindestens 10 Prozent der Zeit wirst du gezielt angeleitet, etwa von einer Apothekerin oder einem Apotheker. Nach diesem halben Jahr folgt der zweite Abschnitt der staatlichen Prüfung.
Hast du beide Abschnitte bestanden, beantragst du die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung. Erst damit darfst du als PTA arbeiten. Ob gleichwertige Vorkenntnisse angerechnet werden und sich die Ausbildung dadurch verkürzt, wird im Einzelfall entschieden.
Vergütung: Bekommst du in der PTA-Ausbildung Geld?
Die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG gilt für PTA nicht. Das Berufsbildungsgesetz ist auf diese Ausbildung nicht anwendbar, sie läuft nach dem PTA-Berufsgesetz. In den zwei Schuljahren bekommst du in der Regel keine Ausbildungsvergütung, weil du Schülerin oder Schüler einer Berufsfachschule bist.
Für das halbe Jahr in der Apotheke sieht das PTA-Berufsgesetz in § 21 einen Anspruch vor: Der Träger der praktischen Ausbildung muss dir eine angemessene monatliche Ausbildungsvergütung zahlen. Wie hoch sie ist, steht in deinem Ausbildungsvertrag; gilt für die Apotheke ein Tarifvertrag, kann er die Höhe regeln. Den aktuellen Betrag erfährst du bei der Apotheke, mit der du den Vertrag schließt, oder bei deiner Schule.
Staatliche und private PTA-Schulen unterscheiden sich bei den Kosten. Private Schulen verlangen teilweise Schulgeld. Frag vor der Bewerbung nach den aktuellen Kosten, der Stand kann sich ändern. Ob du Schüler-BAföG bekommen kannst, klärst du beim zuständigen BAföG-Amt.
PTA-Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern
Für die staatliche Prüfung und die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung ist in MV das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) zuständig, genauer das Landesprüfungsamt für Heilberufe in Rostock. Dorthin richtest du nach bestandener Prüfung auch deinen Antrag auf die Erlaubnis.
Wenn du eine PTA-Schule in Rostock, Schwerin oder in deiner Nähe suchst, frag direkt bei den Schulen nach, ob sie staatlich anerkannt sind, wann die Ausbildung beginnt und bis wann du dich bewerben musst. Kläre dort auch, ob Schulgeld anfällt.
Apotheken für das Praktikum und die praktische Ausbildung findest du im Azubi-Atlas nach Landkreis. Auf den Ausbildungsmessen in MV kannst du Fragen zur Ausbildung persönlich stellen.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Nach der Ausbildung arbeitest du meist in einer öffentlichen Apotheke. Du kannst auch in eine Krankenhausapotheke, in die pharmazeutische Industrie oder in ein Labor wechseln. Fortbildungen gibt es zum Beispiel bei den Apothekerkammern, etwa zu Beratungsthemen oder zur Arzneimittelherstellung.
Mit Abitur steht dir außerdem ein Studium offen. Wer tiefer in die Arzneimittelwissenschaft einsteigen und Apothekerin oder Apotheker werden möchte, kann Pharmazie studieren. Auch naturwissenschaftliche Studiengänge wie Chemie oder Biologie bauen auf deinem Wissen aus der Ausbildung auf.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die PTA-Ausbildung?
In Vollzeit dauert sie 30 Monate. Davon entfallen zwei Jahre auf die Schule und sechs Monate auf die praktische Ausbildung in einer Apotheke. In Teilzeit soll die Ausbildung höchstens fünf Jahre dauern.
Kann ich die PTA-Ausbildung in Rostock oder Schwerin machen?
Die Ausbildung findet an staatlich anerkannten PTA-Schulen statt. Ob eine Schule in deiner Wunschstadt anerkannt ist, erfragst du direkt bei der Schule. Die praktische Ausbildung kannst du in einer geeigneten Apotheke machen, auch in der Nähe deines Wohnorts.
Brauche ich Abitur für die PTA-Ausbildung?
Nein. Das PTA-Berufsgesetz verlangt in der Regel einen mittleren Schulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss. Auch ein Hauptschulabschluss mit einer abgeschlossenen, mindestens zweijährigen Berufsausbildung kann reichen. Abitur brauchst du erst, wenn du später Pharmazie studieren möchtest.
Was ist der Unterschied zwischen PTA und PKA?
PKA steht für Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte oder Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter. PKA lernen dual im Betrieb und in der Berufsschule und kümmern sich vor allem um Einkauf, Lager und Verwaltung der Apotheke. Als PTA arbeitest du dagegen pharmazeutisch: Du stellst Arzneimittel her, prüfst sie und berätst Kundschaft.
Wer ist in MV für die PTA-Prüfung zuständig?
Die staatliche Prüfung und die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung liegen beim Landesprüfungsamt für Heilberufe im LAGuS in Rostock. Den Antrag stellst du, wenn du beide Abschnitte der Prüfung bestanden hast.
Weitere Infos
- PTA-Berufsgesetz (PTAG): Gesetzestext mit Zugangsvoraussetzungen, Dauer, praktischer Ausbildung, Ausbildungsvergütung und staatlicher Prüfung.
- BMG: PTA-Ausbildung: Das Bundesgesundheitsministerium erklärt die reformierte PTA-Ausbildung mit zwei Jahren Schule und einem halben Jahr Apotheke.
- LAGuS MV: Staatliche Prüfungen: Das Landesprüfungsamt für Heilberufe in Rostock führt die PTA-Prüfung durch und erteilt die Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung.
- LAGuS MV: Landesprüfungsamt für Heilberufe: Seite des Landesprüfungsamts für Heilberufe in MV mit Informationen zu Prüfungen und Erlaubnissen.