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E-Learning

E-Learning heißt Lernen mit digitalen Medien: Lernstoff, Aufgaben und Austausch laufen über das Internet oder das Intranet eines Unternehmens. Andere Begriffe dafür sind elektronisches Lernen oder webbasiertes Training. Du kannst von überall teilnehmen, wo du ein Gerät und eine Internetverbindung hast. Schulen, Hochschulen und Betriebe setzen E-Learning im Unterricht, im Studium und in der Weiterbildung ein.

Früher bedeutete E-Learning vor allem, Material herunterzuladen und allein durchzuarbeiten. Heute gehören Werkzeuge dazu, mit denen Lernende und Lehrende in beide Richtungen kommunizieren: Chats, Foren, Videokonferenzen und gemeinsame Online-Dokumente. Hochschulen kombinieren solche Angebote mit Lehrveranstaltungen im Hörsaal. Unternehmen nutzen sie für die Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für Fortbildungen.

Vorteile des E-Learnings

E-Learning hat einige praktische Vorteile gegenüber Unterricht, der nur vor Ort stattfindet. Drei werden besonders häufig genannt.

On-Demand-Verfügbarkeit

Lernmaterialien wie Videos, Skripte oder Übungsaufgaben liegen auf einer Plattform bereit und sind rund um die Uhr abrufbar. Du kannst eine Erklärung so oft ansehen, wie du sie brauchst, und vor einer Prüfung gezielt die Teile wiederholen, bei denen du unsicher bist.

Kostenersparnis

Wer online lernt, muss nicht anreisen. Für Unternehmen und Bildungseinrichtungen fallen bei Online-Schulungen weniger Kosten für Räume, Reisen und gedruckte Materialien an. Kostenlos ist E-Learning trotzdem nicht: Plattformen, Lizenzen, Technik und das Erstellen guter Kurse kosten ebenfalls Geld.

Flexibilität

Du lernst in deinem eigenen Tempo und legst selbst fest, wann und wo. Das hilft, wenn du Schule, Ausbildung, Nebenjob oder Familie mit dem Lernen verbinden musst. Gerade in der Weiterbildung neben dem Beruf ist das oft der wichtigste Grund, sich für einen Online-Kurs zu entscheiden.

Was du mitbringen solltest

Die Freiheit hat eine Kehrseite: Niemand achtet darauf, dass du dranbleibst. E-Learning verlangt Selbstorganisation, feste Lernzeiten und eine stabile Internetverbindung. Wer Fragen am liebsten direkt im Gespräch klärt, vermisst bei reinen Online-Kursen manchmal den persönlichen Kontakt. Viele Angebote mischen deshalb Online-Phasen und Präsenztermine. Diese Mischform heißt Blended Learning.

Arten des E-Learnings

Je nachdem, ob alle Beteiligten gleichzeitig online sind oder nicht, unterscheidet man synchrones und asynchrones E-Learning.

Synchrones E-Learning

Beim synchronen E-Learning lernen alle zur selben Zeit in einer virtuellen Lernumgebung. Typisch sind virtuelle Klassenräume, Webkonferenzen, Online-Tests zu festen Terminen und digitale Whiteboards, auf denen mehrere Personen gleichzeitig arbeiten. Du kannst der Lehrkraft oder anderen Teilnehmenden direkt Fragen stellen und bekommst sofort eine Antwort.

Asynchrones E-Learning

Beim asynchronen E-Learning greifst du unabhängig von Zeit und Ort auf die Lernmaterialien zu. Ausgetauscht wird über Diskussionsforen, Nachrichten oder Kommentare, und selbstgesteuerte Kurse führen dich Schritt für Schritt durch den Stoff. Du bestimmst das Tempo, wartest aber unter Umständen etwas länger auf Antworten.

Art des E-Learnings Vorteile
Synchrones E-Learning Kommunikation in Echtzeit mit Lehrenden und anderen Lernenden; gemeinsames Lernen und Austausch von Ideen; direkte Rückmeldung
Asynchrones E-Learning Lernen unabhängig von Zeit und Ort; eigenes Tempo; Austausch über Foren und Nachrichten

Welche Form besser zu dir passt, hängt von deinem Lernstil und deinem Ziel ab. Viele Kurse verbinden beide: Du arbeitest Videos und Aufgaben allein durch und triffst dich zusätzlich zu festen Online-Sprechstunden.

E-Learning-Plattformen

E-Learning-Plattformen bilden die technische Grundlage für digitales Lernen. Auf ihnen stellen Lehrende Kurse und Materialien bereit, sammeln Aufgaben ein, führen Online-Tests durch und sehen, wie weit die Lernenden sind. Du findest dort deine Unterlagen, gibst Arbeiten ab und kommunizierst mit deinem Kurs.

Weit verbreitet ist Moodle, eine Open-Source-Plattform, die Schulen und Hochschulen weltweit einsetzen. Sie bietet Kursverwaltung, Foren, Tests und das Hochladen von Lernmaterial. Weitere bekannte Systeme sind Canvas, Sakai und Schoology. Welche Plattform du nutzt, entscheidet in der Regel deine Schule, deine Hochschule oder dein Betrieb.

Solche Systeme heißen auch Learning Management Systeme (LMS). In Unternehmen werden sie vor allem für Pflichtschulungen und die Einarbeitung genutzt: Das System stellt die Inhalte bereit, dokumentiert, wer welchen Kurs abgeschlossen hat, und wertet Testergebnisse aus. Wenn du eine Ausbildung beginnst, kann es sein, dass du in den ersten Wochen über ein solches System Schulungen etwa zu Arbeitssicherheit oder Datenschutz absolvierst.

Soziale Medien im E-Learning

Soziale Medien sind keine Lernplattformen, werden aber oft zum Lernen genutzt. In Facebook-Gruppen tauschen sich Menschen mit gleichen Interessen über Fragen und Materialien aus. LinkedIn hat ähnliche Gruppen, die stärker beruflich ausgerichtet sind. Außerdem betreibt LinkedIn mit LinkedIn Learning eine kostenpflichtige Plattform mit Kursen zu vielen Themen.

Auf X (früher Twitter) finden Lernende über Hashtags Beiträge zu bestimmten Themen oder Veranstaltungen. YouTube ist für viele die erste Anlaufstelle, wenn sie etwas nicht verstanden haben: Dort gibt es Erklärvideos, Tutorials und aufgezeichnete Vorlesungen. Über die Kommentare kannst du Fragen stellen. Prüfe aber, wer hinter einem Video steckt, denn nicht jede Erklärung ist fachlich richtig.

Soziale Medien im E-Learning
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Massive Open Online Courses (MOOCs)

Massive Open Online Courses (MOOCs) sind Online-Kurse, die sich an sehr viele Teilnehmende gleichzeitig richten und für alle offen sind. Bekannte Plattformen sind Coursera und edX. Viele Kurse dort basieren auf Lehrveranstaltungen von Universitäten und Hochschulen. Du meldest dich auf der Plattform an und belegst einen Kurs mit Videos, Übungen und Tests.

Das Anschauen der Kursinhalte ist häufig kostenlos. Für ein Zertifikat, benotete Aufgaben oder ganze Zertifikatsprogramme verlangen die Anbieter aber meist Gebühren (Stand kann sich ändern). Plattformen wie Udemy und Skillshare bieten ebenfalls Online-Kurse an, sind aber in der Regel kostenpflichtig und eher auf praktische Anwendung ausgerichtet. Diese Kurse stammen oft von einzelnen Fachleuten statt von Hochschulen.

MOOCs eignen sich, um in ein Studienfach hineinzuschnuppern oder neue Kenntnisse etwa im Programmieren aufzubauen. Ein Zertifikat aus einem Online-Kurs ersetzt allerdings keinen Berufs- oder Hochschulabschluss. In Bewerbungen kann es zeigen, dass du dich selbstständig mit einem Thema beschäftigt hast.

Die Geschichte des E-Learnings

E-Learning geht auf das Fernlernen zurück, bei dem Lernmaterial früher per Post verschickt wurde. Computergestütztes Lernen gibt es schon seit den 1960er-Jahren. Ein frühes Beispiel ist das System PLATO an der University of Illinois.

Der Begriff „E-Learning“ wird oft Elliott Masie zugeschrieben, der ihn 1999 bekannt machte. Mit der Verbreitung des World Wide Web und schnellerer Internetverbindungen in den 2000er-Jahren wurden Kurse mit Videos, Animationen und Online-Tests für viele Menschen zugänglich. 2012 gingen die MOOC-Plattformen Coursera und edX an den Start. Heute gehören Videokonferenzen und gemeinsame Online-Arbeit an Schulen, Hochschulen und in Betrieben zum Alltag.

E-Learning hat sich über sechs Jahrzehnte entwickeltE-Learning hat sich über sechsJahrzehnte entwickelt1960erErste LernrechnerComputergestütztes Lernen, z. B. PLATO ander University of Illinois1999Begriff „E-Learning“Elliott Masie macht den Begriff bekannt2000erLernen im WebWorld Wide Web und Multimedia machenOnline-Kurse verbreitet2012Start großer MOOCsCoursera und edX gehen an den StartheuteDigitaler LernalltagVideokonferenzen und Lernplattformen inSchule, Studium, BetriebQuelle: Geschichte des E-Learnings,Allgemeinwissen
Vom Lernrechner der 1960er-Jahre bis zur Lernplattform im Alltag: wichtige Stationen des E-Learnings.

E-Learning in Mecklenburg-Vorpommern

Welche Lernplattform und wie viele Online-Anteile dich in Studium oder Ausbildung erwarten, entscheidet in der Regel die jeweilige Hochschule oder dein Betrieb. Frag deshalb gezielt nach, bevor du dich festlegst. Einen Überblick über die Hochschulen im Land findest du in den Hochschulprofilen für MV. Persönlich nachfragen kannst du auf Ausbildungs- und Studienmessen; sie stehen unter Termine für Messen in MV. Für eine Ausbildung nach BBiG oder HwO ist die Kammer am Sitz deines Ausbildungsbetriebs zuständig: die IHK zu Rostock, die IHK zu Schwerin oder die IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern beziehungsweise die Handwerkskammer Schwerin oder die Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen E-Learning und Blended Learning?

Beim reinen E-Learning findet das Lernen vollständig digital statt. Blended Learning verbindet Online-Phasen mit Präsenzterminen, zum Beispiel Videos zu Hause und Übungen im Seminarraum. Viele Hochschulen und Weiterbildungsanbieter arbeiten mit dieser Mischform.

Sind Online-Kurse kostenlos?

Das hängt vom Anbieter ab. Bei vielen MOOCs kannst du die Inhalte kostenlos ansehen, zahlst aber für Zertifikate oder benotete Aufgaben. Plattformen wie Udemy, Skillshare oder LinkedIn Learning sind in der Regel kostenpflichtig; die aktuellen Preise stehen beim jeweiligen Anbieter.

Ersetzt ein Online-Zertifikat eine Ausbildung oder ein Studium?

Nein. Ein Zertifikat aus einem Online-Kurs ist kein anerkannter Berufs- oder Hochschulabschluss. Es kann deine Bewerbung aber ergänzen, weil es zeigt, dass du dich aus eigenem Antrieb in ein Thema eingearbeitet hast.

Wie bleibe ich beim E-Learning dran?

Plane feste Lernzeiten in deiner Woche ein und setze dir kleine Etappenziele, etwa ein Kapitel pro Tag. Lerne an einem ruhigen Platz und schalte Benachrichtigungen ab. Wenn der Kurs ein Forum oder Live-Termine hat, nutze sie, um Fragen früh zu klären.

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