durchstarten in MV
Menü

Biomedizinstudium – Biomedizin studieren

Das Biomedizin Studium verbindet Biologie, Chemie und Physik mit den Grundlagen der Medizin. Biomedizinerinnen und Biomediziner arbeiten vor allem im Labor. Sie erforschen, wie Krankheiten entstehen und wie sie sich auf Zellen und Organe auswirken. Der Bachelor dauert in der Regel 6 bis 8 Semester, ein anschließender Master 2 bis 4 Semester.

Studieninhalte im Biomedizinstudium

In den ersten Semestern legst du die naturwissenschaftliche Basis: Biologie, Chemie, Physik und Mathematik. Dazu kommen medizinische Grundlagen wie Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers. Darauf bauen Zellbiologie und Molekulargenetik auf. Hier geht es um die Frage, was in einer Zelle oder in einem Gen verändert ist, wenn ein Mensch krank wird.

Viele Lehrveranstaltungen ähneln denen im Medizinstudium, setzen aber andere Schwerpunkte. Angehende Ärztinnen und Ärzte bereiten sich auf die Arbeit mit Patientinnen und Patienten vor. Du lernst dagegen vor allem im Labor. Dort planst du Experimente und führst sie durch. Anschließend wertest du die Daten aus und interpretierst die Ergebnisse. Mit molekularbiologischen Methoden untersuchst du Vorgänge im menschlichen Körper, die für die Entstehung und den Verlauf von Krankheiten wichtig sind. Labor- und Forschungsarbeit sind der Kern des Studiums.

Schwerpunkte und Spezialisierung

Je nach Hochschule kannst du dich im späteren Bachelorstudium oder im Master spezialisieren. Mögliche Richtungen sind:

  • Molekulare Medizin: Krankheiten auf der Ebene von Genen und Proteinen
  • Molekulare Biotechnologie: biologische Verfahren für Diagnostik und Therapie
  • Epidemiologie: Wie häufig treten Krankheiten in der Bevölkerung auf, und wovon hängt das ab?
  • Neurowissenschaften: Aufbau und Funktion von Nervensystem und Gehirn
  • Medizinische Informatik: Verarbeitung und Auswertung medizinischer Daten
  • Toxikologie: Wirkung von Giftstoffen und Arzneimitteln auf den Körper

Welche Schwerpunkte es gibt und ab welchem Semester du wählst, regelt die Studien- und Prüfungsordnung der jeweiligen Hochschule. Vergleiche das vor der Bewerbung. Die Studiengänge unterscheiden sich hier deutlich.

Studieninhalte im Überblick

  • Grundlagen der Biologie, Chemie, Physik und Mathematik
  • Medizinische Grundlagen
  • Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers
  • Zellbiologie und Molekulargenetik
  • Einführung in die molekulare Forschung
  • Laborpraktika und Experimente
  • Spezialisierungsfächer wie Epidemiologie, Neurowissenschaften, Medizinische Informatik und Toxikologie

Ablauf und Abschluss des Biomedizinstudiums

Das Studium beginnt meist zum Wintersemester. Ob deine Wunschhochschule auch zum Sommersemester aufnimmt, steht auf ihrer Website. Die ersten Semester sind stark verschult. Du hast einen festen Stundenplan mit Vorlesungen, Seminaren und Laborpraktika. Einige Praktika liegen in der vorlesungsfreien Zeit. Plane die Semesterferien deshalb nicht komplett als freie Zeit ein.

Im Laufe des Bachelors wird das Studium freier. Du wählst Schwerpunkte und arbeitest in Laboren an Forschungsfragen mit. Zum Abschluss schreibst du eine Bachelorarbeit. Der Master vertieft Wissen und Laborpraxis in dem Bereich der Biomedizin, den du gewählt hast. Er endet mit der Masterarbeit.

Auf den Bachelor können Master und Promotion folgenAuf den Bachelor können Master undPromotion folgenErste SemesterGrundlagen und LaborNaturwissenschaften, Anatomie, Laborpraktika6–8 SemesterBachelor of ScienceAbschluss mit Bachelorarbeit+2–4 SemesterMaster of ScienceVertiefung, Abschluss mit MasterarbeitDanachPromotion möglichHäufiger Weg in die ForschungQuelle: KMK-Strukturvorgaben, studienwahl.de
Auf den Bachelor in Biomedizin können ein Master und eine Promotion folgen.

Bachelor, Master und Promotion

Nach dem Bachelor erhältst du den akademischen Grad Bachelor of Science (B.Sc.), nach dem Master den Master of Science (M.Sc.). Viele Stellen in Forschung und Entwicklung setzen einen Master voraus. Das gilt besonders für eigenständige oder leitende Aufgaben. Wer langfristig in der Wissenschaft bleiben will, schließt oft eine Promotion an. Dabei bearbeitest du über mehrere Jahre ein eigenes Forschungsprojekt.

Biomedizinstudium
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Voraussetzungen für das Biomedizinstudium

Für ein Bachelorstudium brauchst du die allgemeine Hochschulreife oder eine passende fachgebundene Hochschulreife. Die meisten erwerben sie mit dem Abitur.

Wer Biomedizin studieren will, muss an vielen Hochschulen mit einer Zulassungsbeschränkung rechnen. Die Hochschulen vergeben ihre Plätze dann in einem eigenen Auswahlverfahren, oft vor allem nach der Abiturnote. Einen festen Numerus clausus (NC) für Biomedizin gibt es trotzdem nicht. Der NC ist die Note, mit der in der letzten Vergaberunde gerade noch ein Platz vergeben wurde. Er hängt davon ab, wie viele Bewerbungen auf wie viele Plätze kommen. Deshalb kann er von Jahr zu Jahr und von Hochschule zu Hochschule anders ausfallen. Manche Hochschulen beziehen neben der Durchschnittsnote weitere Kriterien ein, zum Beispiel einzelne Fachnoten.

Fachlich hilft dir ein sicherer Umgang mit Mathematik, Chemie, Physik und Biologie. Wenn du diese Fächer in der Oberstufe belegt hast, fällt dir der Einstieg leichter. Du solltest dich außerdem für medizinische Fragen interessieren. Bringe Geduld für Laborarbeit mit, bei der Versuche wiederholt werden müssen. Gute Englischkenntnisse sind wichtig, denn ein Großteil der Fachliteratur in der Biomedizin erscheint auf Englisch.

Für einen Master in Biomedizin setzen die Hochschulen einen ersten Abschluss in einem biomedizinischen oder verwandten Fach voraus. Je nach Hochschule kommen auch Bachelorabschlüsse in Biologie, Biochemie oder Biotechnologie infrage. Welche Fächer und Leistungspunkte anerkannt werden, steht in der jeweiligen Zugangsordnung.

Unterschied zwischen Medizin und Biomedizin

Medizin und Biomedizin sind verwandt, verfolgen aber unterschiedliche Ziele. In der Medizin stehen Diagnose, Behandlung und Betreuung von Patientinnen und Patienten im Vordergrund. Ärztinnen und Ärzte untersuchen Menschen, stellen Diagnosen, verschreiben Medikamente und führen Eingriffe durch.

In der Biomedizin geht es um grundlegende Fragen zur Entstehung und Entwicklung von Krankheiten. Biomedizinerinnen und Biomediziner untersuchen zelluläre und molekulare Prozesse und gewinnen so Erkenntnisse für neue Diagnoseverfahren und Therapien. Sie arbeiten im Labor eng mit Ärztinnen und Ärzten, Pharmazeutinnen und Pharmazeuten sowie Ingenieurinnen und Ingenieuren zusammen, damit Forschungsergebnisse in der Praxis ankommen. Patientinnen und Patienten behandeln sie nicht. Dafür brauchst du ein Medizinstudium mit Staatsexamen und die Approbation.

Unterschied zwischen Medizin und Biomedizin
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Der Unterschied in der Ausbildung und dem Tätigkeitsbereich

Medizin Biomedizin
Medizinstudium mit Staatsexamen, Regelstudienzeit 6 Jahre und 3 Monate Bachelor (6 bis 8 Semester) und Master (2 bis 4 Semester)
Behandlung von Patientinnen und Patienten Erforschung von Krankheiten und Entwicklung neuer Verfahren
Arbeit in Krankenhäusern, Kliniken und Praxen Arbeit in Laboren und Forschungseinrichtungen

Berufsaussichten nach dem Biomedizinstudium

Absolventinnen und Absolventen arbeiten vor allem in diesen Feldern:

  • Klinische Diagnostik: In Diagnoselaboren und Krankenhäusern führst du Laboranalysen durch und unterstützt medizinische Untersuchungen. Du arbeitest dabei eng mit Ärztinnen und Ärzten zusammen.
  • Pharmazeutische Industrie: Du entwickelst neue Medikamente und Therapien mit und prüfst in Versuchen ihre Wirksamkeit und Sicherheit. Auch Produktion, Qualitätskontrolle und Marketing sind möglich.
  • Behörden: Auch medizinische Behörden beschäftigen Biomedizinerinnen und Biomediziner. Welche Aufgaben du dort übernimmst, hängt von der Behörde und deiner Spezialisierung ab.
  • Forschung und Lehre: An Hochschulen und Forschungseinrichtungen arbeitest du in wissenschaftlichen Projekten mit und gibst dein Wissen in der Lehre weiter.

Je nach Spezialisierung arbeitest du zum Beispiel als Molekularbiologin oder Molekularbiologe, in der Toxikologie, der Epidemiologie oder der Medizinischen Informatik. Mit Berufserfahrung und Weiterbildungen kannst du Projekt-, Labor- oder Managementaufgaben übernehmen.

Molekulare Medizin: Berufsaussichten und Jobchancen

Die Molekulare Medizin ist einer der Schwerpunkte, die du wählen kannst. Deine Berufsaussichten liegen damit in denselben Feldern wie im übrigen Biomedizinstudium. Gute Jobchancen hast du vor allem in der Forschung und in der klinischen Diagnostik, wo Laborkenntnisse auf molekularer Ebene gefragt sind.

Dein Gehalt hängt von Arbeitgeber, Abschluss und Berufserfahrung ab. Im öffentlichen Dienst, etwa an Universitäten und Unikliniken, richtet es sich nach dem jeweiligen Tarifvertrag. In Unternehmen gilt ein Firmen- oder Branchentarif oder das, was du im Arbeitsvertrag vereinbarst. Ein Master oder eine Promotion wirkt sich in der Forschung meist auf die Eingruppierung aus.

Biomedizin studieren in Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern bietet die Universität Greifswald den verwandten Studiengang Humanbiologie an. Es gibt ihn als Bachelor (B.Sc.) und als Master (M.Sc.). Wie stark sich die Inhalte mit einem Biomedizinstudium decken, zeigen das Modulhandbuch und die Studienordnung der Universität. Vergleiche sie mit den Studiengängen anderer Hochschulen. Mehr über die Universität erfährst du im Hochschulprofil der Universität Greifswald. Persönlich informieren kannst du dich auf Studienmessen und bei Hochschulinformationstagen. Die aktuellen Termine für Studienmessen in MV stehen auf durchstarten-in-mv.de. Bundesweite Studiengänge der Biomedizin findest du im Hochschulkompass und auf studienwahl.de.

Wo du das in MV studieren kannst

Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Numerus clausus für Biomedizin?

Einen festen Wert gibt es nicht. Der NC ergibt sich jedes Jahr neu aus der Zahl der Bewerbungen und Plätze und unterscheidet sich je nach Hochschule. Die Grenzwerte der letzten Verfahren veröffentlichen die Hochschulen meist selbst.

Kann ich mit einem Biomedizinstudium Ärztin oder Arzt werden?

Nein. Um Patientinnen und Patienten zu behandeln, brauchst du ein Medizinstudium mit Staatsexamen und die Approbation. Das Biomedizinstudium bereitet dich auf Labor, Forschung und Diagnostik vor.

Wie lange dauert das Studium bis zum Master?

Der Bachelor dauert meist 6 bis 8 Semester, der Master 2 bis 4 Semester. Zusammen sind das bei einem konsekutiven Studium in der Regel zehn Semester, also etwa fünf Jahre. Eine Promotion kommt bei Bedarf noch dazu.

Wie gut sind die Jobchancen in der Biomedizin?

Du kannst in Diagnostik, Pharmaindustrie, Behörden und in der Forschung arbeiten. Für viele Forschungsstellen brauchst du einen Master, oft auch eine Promotion. Praktika und Laborerfahrung aus dem Studium erleichtern dir den Einstieg.

Weitere Infos

Weitere Beiträge