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Glaser/in

Als Glaser oder Glaserin schneidest du Glas zu, baust Fenster, Türen, Spiegel und Glaskonstruktionen ein und reparierst Verglasungen. Die Ausbildung ist im Handwerk geregelt und dauert drei Jahre. Du lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Die ersten 18 Monate sind für alle gleich, danach vertiefst du eine von zwei Fachrichtungen.

Was machst du als Glaser/-in?

Glas ist in fast jedem Gebäude verbaut: in Fenstern, Haustüren, Wintergärten, Duschabtrennungen, Vitrinen und Fassaden. Als Glaser/-in nimmst du beim Kunden Maße auf, schneidest Flachglas zu, bearbeitest Kanten und baust die fertigen Teile ein. Du tauschst beschädigte Scheiben aus und setzt alte Fenster oder Türen instand. Mehrscheibenisolierglas setzt du so ein, dass es dicht sitzt und richtig befestigt ist.

Du arbeitest in der Werkstatt und auf Baustellen, in Wohnungen, Geschäften und öffentlichen Gebäuden. Zu deinen Werkzeugen gehören Glasschneider, Zuschneidetisch, Schleifmaschine, Saugheber, Messwerkzeuge und Dichtstoffe. Weil du oft direkt beim Kunden bist, erklärst du auch, was du einbaust und wie lange es dauert. Arbeitsschutz gehört von Anfang an dazu: Glas hat scharfe Kanten und große Scheiben sind schwer.

Fachrichtung Verglasung und Glasbau

In dieser Fachrichtung geht es um Konstruktionen aus Glas und um Spezialverglasungen. Du baust zum Beispiel Ganzglastüren, Glastrennwände oder Spiegelwände. Dazu kommen Kunstverglasungen: Du stellst sie her, baust sie ein und aus und setzt sie instand. Laut Ausbildungsordnung gehören auch das Vorbereiten und Einbauen von Glasfassadenelementen sowie das Einrahmen von Bildern und veredelten Gläsern zu dieser Fachrichtung.

Fachrichtung Fenster- und Glasfassadenbau

Hier stehen Fenster, Türen und Glasfassaden im Mittelpunkt. Du fertigst Fenster und Türen, behandelst Oberflächen, baust die Teile ein und montierst Fassadenelemente aus Glas. Glaser/-innen dieser Fachrichtung arbeiten laut BIBB in Betrieben des Glasergewerbes, bei Fassadenbauunternehmen und in Fahrzeugglasereien. Auf Baustellen bist du dabei auch auf Gerüsten oder Hubarbeitsbühnen unterwegs.

Fachrichtung Schwerpunkte laut Verordnung
Verglasung und Glasbau Konstruktiver Glasbau, Spezialverglasungssysteme, Vorbereiten und Einbauen von Glasfassadenelementen, Kunstverglasungen, Einrahmen von Bildern
Fenster- und Glasfassadenbau Fenster- und Türenbau, Behandeln von Oberflächen, Glasfassadenbau

Welche Voraussetzungen brauchst du?

Gesetzlich ist für die Ausbildung kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die Betriebe wählen ihre Auszubildenden selbst aus und legen fest, welchen Abschluss sie erwarten. Mit einem Ausbildungsvertrag bei einem Glaserbetrieb kannst du starten.

Hilfreich sind diese Schulfächer:

  • Mathematik: Du rechnest Maße, Flächen und Winkel und planst den Zuschnitt so, dass wenig Verschnitt entsteht.
  • Werken oder Technik: Du arbeitest mit Maschinen und Handwerkzeugen und liest technische Zeichnungen.
  • Physik: Du hast mit Gewicht, Kräften und Wärmeschutz von Fenstern zu tun.
  • Kunst: Bei Kunstverglasungen und Bilderrahmen hilft dir ein Gefühl für Form und Farbe.

Außerdem solltest du sorgfältig arbeiten, körperlich belastbar sein und gern im Team auf Baustellen unterwegs sein. Ein Praktikum in einer Glaserei zeigt dir schnell, ob der Beruf zu dir passt.

Wie läuft die Ausbildung ab?

Rechtsgrundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zum Glaser/zur Glaserin vom 5. Juli 2001. Sie gilt nach der Handwerksordnung für das Glaserhandwerk, das in Anlage A der Handwerksordnung steht. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Du lernst an zwei Lernorten: Im Betrieb arbeitest du an echten Aufträgen mit, in der Berufsschule lernst du die fachlichen und allgemeinen Grundlagen dazu.

In den ersten 18 Monaten lernen alle Auszubildenden dieselben Grundlagen. Laut Rahmenlehrplan der Berufsschule gehören dazu: Flachglasformate anfertigen und einbauen, Werkstücke herstellen, Objekte aus Glas herstellen, Spiegel be- und verarbeiten, Bauteile instandsetzen und renovieren sowie Mehrscheibenisolierglas einbauen. Danach vertiefst du deine Fachrichtung. Welche das ist, vereinbarst du mit deinem Betrieb, in der Regel schon im Ausbildungsvertrag. In „Verglasung und Glasbau“ stellst du zum Beispiel Glaskonstruktionen her und baust Kunstverglasungen ein und aus. In „Fenster- und Glasfassadenbau“ geht es um Fenster, Türen und Fassaden.

Laut Ausbildungsordnung legst du eine Zwischenprüfung ab, die vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres stattfinden soll. Sie zeigt dir und deinem Betrieb, wo du stehst. Am Ende steht die Gesellenprüfung mit einem praktischen und einem schriftlichen Teil. Den schriftlichen Teil regelt die Verordnung je Fachrichtung:

  • Verglasung und Glasbau: Glasbau (180 Minuten), Kunstverglasung und Bilderrahmung (120 Minuten), Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten).
  • Fenster- und Glasfassadenbau: Fenster- und Türenbau (210 Minuten), Glasfassadenbau (90 Minuten), Wirtschafts- und Sozialkunde (60 Minuten).

Mit bestandener Gesellenprüfung bist du Geselle oder Gesellin im Glaserhandwerk. Mit guten Leistungen oder einem höheren Schulabschluss lässt sich die Ausbildung unter Umständen verkürzen. Das beantragst du gemeinsam mit deinem Betrieb bei der Handwerkskammer.

In drei Jahren von den Grundlagen zur GesellenprüfungIn drei Jahren von den Grundlagen zurGesellenprüfungMonat 1–18Gemeinsame GrundlagenFlachglas zuschneiden und einbauen, Spiegel,Isolierglas, Instandsetzungab Monat 19Vertiefung FachrichtungVerglasung und Glasbau oder Fenster- undGlasfassadenbaubis Monat 24ZwischenprüfungSoll vor dem Ende des zweitenAusbildungsjahres stattfindennach 36 Mon.GesellenprüfungPraktischer und schriftlicher Teil vor derHandwerkskammerQuelle: GlAusbV 2001, KMK-RahmenlehrplanGlaser
Nach 18 gemeinsamen Monaten vertiefen Auszubildende eine von zwei Fachrichtungen.

Was verdienst du in der Ausbildung? Vergütung als Glaser/-in

Du bekommst eine Ausbildungsvergütung von deinem Ausbildungsbetrieb. Weil die Ausbildung nach der Handwerksordnung läuft, gilt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 Berufsbildungsgesetz. Maßgeblich ist das Jahr, in dem deine Ausbildung beginnt.

Ausbildungsbeginn 1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr
2026 724 Euro 854 Euro höher als im 2. Jahr
2027 764 Euro 902 Euro 1.031 Euro

Das sind monatliche Mindestbeträge. Die Vergütung steigt mit jedem Ausbildungsjahr. Ist dein Betrieb tarifgebunden, gilt der Tarifvertrag, und der kann mehr vorsehen. Die genaue Höhe steht in deinem Ausbildungsvertrag.

Glaser-Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern

Zuständige Stelle für die Ausbildung ist in MV die Handwerkskammer. Es gibt zwei: die Handwerkskammer Schwerin und die Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern. Zuständig ist die Kammer, in deren Bezirk dein Ausbildungsbetrieb sitzt. Sie trägt deinen Ausbildungsvertrag ein, berät dich und deinen Betrieb bei Fragen und Problemen in der Ausbildung und organisiert die Gesellenprüfung.

Wo du in die Berufsschule gehst, hängt davon ab, wo die Fachklasse für Glaser/-innen eingerichtet ist. Den aktuellen Standort erfährst du bei deiner Handwerkskammer oder deinem Ausbildungsbetrieb.

Glaserbetriebe in deiner Nähe findest du im Azubi-Atlas für MV, sortiert nach Landkreis. Auf Ausbildungsmessen kannst du Betriebe direkt ansprechen. Die Messen in MV stehen unter Termine für Ausbildungsmessen.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Als Geselle oder Gesellin arbeitest du in Glasereien, im Fenster- und Fassadenbau oder in Fahrzeugglasereien. Mit Berufserfahrung kannst du dich spezialisieren, etwa auf Kunstverglasung, Ganzglasanlagen oder Fassaden.

Der nächste große Schritt ist die Meisterprüfung im Glaserhandwerk. Weil das Glaserhandwerk in Anlage A der Handwerksordnung steht, brauchst du den Meistertitel oder eine gleichwertige Qualifikation, um einen eigenen Betrieb zu führen. Als Meister/-in darfst du auch selbst ausbilden. Daneben gibt es Weiterbildungen zum staatlich geprüften Techniker oder zur staatlich geprüften Technikerin und kaufmännische Fortbildungen im Handwerk. Mit dem Meisterabschluss kannst du auch ohne Abitur studieren, zum Beispiel Bauingenieurwesen. Was genau angeboten wird, erfährst du bei den Handwerkskammern.

Häufige Fragen

Wie finde ich eine Lehrstelle als Glaser/-in in MV?

Schau im Azubi-Atlas nach Glaserbetrieben in deinem Landkreis und bewirb dich direkt dort. Auch eine Initiativbewerbung bei einem Betrieb ohne Stellenanzeige ist möglich. Die Handwerkskammern und die Berufsberatung der Agentur für Arbeit helfen dir zusätzlich bei der Suche.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Glaser?

Die Regeldauer beträgt drei Jahre. Eine Verkürzung ist möglich, etwa mit Abitur oder sehr guten Leistungen. Darüber entscheidet die Handwerkskammer auf Antrag.

Welche Fachrichtung soll ich wählen?

Das hängt vor allem von deinem Betrieb ab. Eine Glaserei mit Schwerpunkt Ganzglas, Spiegel und Kunstverglasung bildet meist in „Verglasung und Glasbau“ aus. Ein Betrieb, der viele Fenster, Türen und Fassaden montiert, eher in „Fenster- und Glasfassadenbau“. Die Grundlagen in den ersten 18 Monaten sind für beide gleich.

Was ist der Unterschied zu Tischler/-in und Glasbläser/-in?

Tischler/-innen arbeiten vor allem mit Holz und bauen Möbel, Fenster und Türen, mehr dazu im Berufsbild Tischler/in. Glaser/-innen verarbeiten fertiges Flachglas und bauen es ein. Glasbläser/-innen formen dagegen heißes Glas zu Gefäßen und Geräten.

Ist die Arbeit körperlich anstrengend?

Du trägst und hebst Scheiben und Rahmen, arbeitest im Stehen und oft draußen. Für schwere Teile gibt es Saugheber und Hebegeräte, und große Scheiben trägst du nicht allein. Sicheres Heben und Arbeitsschutz lernst du in der Ausbildung.

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