Als Fachkraft Küche bereitest du in Restaurants, Hotels, Kantinen und anderen Großküchen einfache Speisen und Gerichte zu, nimmst Waren an und hältst deinen Arbeitsplatz sauber. Die Ausbildung ist nach dem Berufsbildungsgesetz staatlich anerkannt und dauert zwei Jahre. Du lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Wer früher „Beikoch“ oder „Beiköchin“ werden wollte, findet hier den geregelten Weg mit Berufsabschluss.
Was machst du als Fachkraft Küche?
Du arbeitest in der Küche im Team mit Köchinnen und Köchen. Dein Tag beginnt oft mit der Vorbereitung: Gemüse putzen und schneiden, Zutaten abwiegen, Geräte bereitstellen. Danach kochst, blanchierst und dünstest du Lebensmittel, wendest Rezepturen an und rechnest sie auf die benötigte Menge um. Die fertigen Speisen richtest du nach den Vorgaben des Betriebs an.
Zu deinen Aufgaben gehört auch die Warenwirtschaft. Du nimmst Lieferungen an, prüfst die Produkte auf ihre Beschaffenheit und lagerst sie richtig ein. Nach dem Service räumst du auf, reinigst Geräte und Arbeitsflächen und hältst die Hygieneregeln ein. Die Ausbildungsordnung verlangt außerdem, dass du mit Gästen und Teammitgliedern umgehen kannst, digitale Hilfsmittel nutzt und auf Umweltschutz und einen sparsamen Umgang mit Ressourcen achtest.
Deine Werkzeuge sind Messer, Töpfe und Pfannen, Herd, Kombidämpfer, Waagen, Kühl- und Tiefkühlräume. Arbeitsorte sind Restaurants, Hotelküchen, Betriebskantinen, Mensen, Kliniken, Senioreneinrichtungen und Cateringbetriebe. Gearbeitet wird in vielen Küchen auch abends, am Wochenende und an Feiertagen.
Fachkraft Küche und „Beikoch“: der Unterschied
„Beikoch“ und „Beiköchin“ sind Bezeichnungen aus dem Küchenalltag, aber keine Ausbildungsberufe. Wer so arbeitet, hilft meist ohne anerkannten Abschluss in der Küche mit. Die Fachkraft Küche ist dagegen ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf mit Ausbildungsvertrag, Berufsschule und Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Wenn du ein Berufsbild Beikoch suchst, ist die Fachkraft Küche deshalb der passende Beruf.
Welche Voraussetzungen brauchst du?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die Betriebe wählen ihre Auszubildenden selbst aus. Hilfreich sind Mathematik für das Umrechnen von Rezepturen und Mengen, Deutsch für Arbeitsanweisungen und Rezepte, Englisch für fremdsprachige Fachbegriffe sowie Biologie für das Verständnis von Hygiene und Lebensmitteln.
Im Alltag brauchst du Sorgfalt, saubere Arbeitsweise und die Bereitschaft, lange zu stehen und zügig zu arbeiten, wenn viele Bestellungen gleichzeitig kommen. Du arbeitest eng mit anderen zusammen und musst Absprachen einhalten. Ein Praktikum in einer Küche zeigt dir vor der Bewerbung, ob dir die Arbeit liegt.
Wie läuft die Ausbildung ab?
Rechtsgrundlage ist die Fachkraft-Küche-Ausbildungsverordnung (FKüAusbV) vom 9. März 2022, in Kraft seit dem 1. August 2022. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und ist dual: Den größten Teil lernst du im Betrieb, dazu kommt der Unterricht an der Berufsschule. Was du wann im Betrieb lernst, legt der Ausbildungsrahmenplan fest. Dein Betrieb erstellt daraus einen eigenen Ausbildungsplan für dich.
Im Betrieb lernst du Organisation, Hygiene, Warenannahme und Lagerung sowie die Vor- und Nachbereitung der Arbeit. Dazu kommen Arbeits- und Schnitttechniken, Garverfahren und das Anrichten von Speisen und Gerichten. In der Berufsschule vertiefst du das fachliche Wissen dazu und hast außerdem allgemeinbildenden Unterricht.
Im dritten Ausbildungshalbjahr legst du die Zwischenprüfung im Prüfungsbereich „Küchentechnische Praxis“ ab. Sie besteht aus zwei Teilen: einer praktischen Arbeitsprobe und schriftlichen Aufgaben. Die Zwischenprüfung zeigt dir deinen Stand, die Note zählt nicht für den Abschluss. Am Ende der zwei Jahre folgt die Abschlussprüfung vor der IHK.
| Prüfungsbereich der Abschlussprüfung | Worum es geht |
|---|---|
| Zubereiten von einfachen Speisen und Gerichten | Praktische Arbeit in der Küche |
| Produkte und Lagerhaltung | Waren prüfen, lagern und einsetzen |
| Wirtschafts- und Sozialkunde | Arbeitswelt, Ausbildungsvertrag, Rechte und Pflichten |
Die Ausbildung kann verkürzt werden, zum Beispiel mit einem höheren Schulabschluss oder guten Leistungen. Den Antrag stellen du und dein Betrieb gemeinsam bei der zuständigen IHK. Beachte: Die Verordnung ist befristet und tritt laut § 18 mit Ablauf des 31. Juli 2029 außer Kraft. Was danach gilt, steht noch nicht fest; der Stand kann sich ändern.
Ausbildungsvergütung: Was verdienst du?
Für die Fachkraft Küche gilt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 Berufsbildungsgesetz, wenn dein Betrieb nicht an einen Tarifvertrag gebunden ist. Maßgeblich ist das Jahr, in dem du die Ausbildung beginnst. Die Vergütung steigt mit jedem Ausbildungsjahr.
- Beginn 2026: mindestens 724 Euro im ersten und 854 Euro im zweiten Ausbildungsjahr
- Beginn 2027: mindestens 764 Euro im ersten und 902 Euro im zweiten Ausbildungsjahr
Tarifverträge können eine höhere Vergütung vorsehen. Welcher Tarif in deinem Betrieb gilt, steht in deinem Ausbildungsvertrag oder erfährst du bei der Ausbildungsberatung der IHK.
Ausbildung zur Fachkraft Küche in Mecklenburg-Vorpommern
Zuständige Stelle für die Ausbildung ist in MV die Industrie- und Handelskammer am Sitz deines Ausbildungsbetriebs: die IHK zu Rostock, die IHK zu Schwerin oder die IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern. Die Kammer trägt deinen Ausbildungsvertrag ein, berät bei Fragen zur Ausbildung und Verkürzung und nimmt die Prüfungen ab.
Welche Berufsschule für dich zuständig ist, sagen dir dein Ausbildungsbetrieb oder die IHK.
Betriebe, die in deinem Landkreis oder in Rostock und Schwerin ausbilden, findest du im Azubi-Atlas für Mecklenburg-Vorpommern. Auf Ausbildungsmessen kannst du Küchenteams und Ausbildungsbetriebe direkt ansprechen; aktuelle Termine für Ausbildungsmessen in MV stehen im Portal.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Der naheliegende nächste Schritt ist die Ausbildung zum Koch oder zur Köchin. Nach § 20 der Kochausbildungsverordnung bist du nach bestandener Prüfung als Fachkraft Küche von Teil 1 der Abschlussprüfung zum Koch oder zur Köchin befreit. Außerdem werden 24 Monate auf die dreijährige Kochausbildung angerechnet, wenn du und dein Ausbildungsbetrieb das im Vertrag vereinbaren. Dann bleibt in der Regel ein weiteres Jahr bis zum Abschluss als Koch oder Köchin.
Du kannst auch direkt als Fachkraft in einer Küche arbeiten und Erfahrung sammeln. Mit dem Kochabschluss und Berufspraxis stehen dir später in der Regel Aufstiegsfortbildungen offen, etwa zum Küchenmeister oder zur Küchenmeisterin. Welche Fortbildungen es gibt und welche Voraussetzungen gelten, erklärt dir die IHK.
Hier in MV ausbilden
Betriebe aus dem Azubi-Atlas, die in diesem Beruf ausbilden.
Cliff Hotel Rügen / Privathotels Dr. Lohbeck GmbH & Co. KG
Ostseebad Sellin, Landkreis Vorpommern-Rügen
Fachkraft Küche
Familien Wellness Hotel Seeklause GmbH & Co. KG
Ostseebad Trassenheide, Landkreis Vorpommern-Greifswald
Fachkraft Küche
Hotel Balmer See GmbH
Benz OT Balm, Landkreis Vorpommern-Greifswald
Fachkraft Küche, Beginn 01.07.2026 (laufender Jahrgang)
Hotel NEPTUN Betriebsgesellschaft mbH
Rostock-Warnemünde, Hansestadt Rostock
Fachkraft Küche, Beginn jeweils 01. August
Häufige Fragen
Ist Beikoch eine Ausbildung?
Nein. „Beikoch“ ist keine anerkannte Berufsausbildung, sondern eine Bezeichnung für Mitarbeit in der Küche, meist ohne Abschluss. Wenn du einen anerkannten Abschluss in zwei Jahren möchtest, ist die Ausbildung zur Fachkraft Küche der passende Weg.
Was ist der Unterschied zwischen Fachkraft Küche und Koch/Köchin?
Die Fachkraft Küche lernt in zwei Jahren vor allem einfache Speisen und Gerichte, Lagerhaltung und Hygiene. Die Kochausbildung dauert drei Jahre und geht weiter, etwa bis zur Planung und Zubereitung von Menüs. Nach der Fachkraft-Ausbildung kannst du in die Kochausbildung wechseln; die Anrechnung von 24 Monaten setzt eine Vereinbarung mit deinem Betrieb voraus.
Wie lange dauert die Ausbildung zur Fachkraft Küche?
Die Regeldauer beträgt laut Verordnung zwei Jahre. Eine Verkürzung ist auf Antrag bei der IHK möglich, wenn deine Vorbildung oder deine Leistungen das erwarten lassen.
Bekomme ich einen Abschluss, wenn ich die Kochprüfung nicht bestehe?
Ja, das regelt die Kochausbildungsverordnung. Wer die Abschlussprüfung zum Koch oder zur Köchin nicht besteht, erhält auf Antrag den Abschluss als Fachkraft Küche, wenn die Voraussetzungen der Verordnung erfüllt sind.
Wo kann ich in MV eine Ausbildung zur Fachkraft Küche machen?
Ausbildungsbetriebe sind zum Beispiel Restaurants, Hotels, Kantinen und Cateringbetriebe in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Freie Plätze findest du über den Azubi-Atlas im Portal, bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit und bei den drei IHKs in MV.
Weitere Infos
- Fachkraft-Küche-Ausbildungsverordnung: Geltende Ausbildungsordnung mit Dauer, Prüfungen und Ausbildungsrahmenplan.
- BIBB-Berufsprofil Fachkraft Küche: Berufsprofil des BIBB mit Rechtsgrundlagen und Struktur der Ausbildung.
- Kochausbildungsverordnung: Regelt in § 20 die Befreiung von Teil 1 und die vereinbarte Anrechnung der Fachkraft-Küche-Ausbildung, in § 21 den Abschluss nach nicht bestandener Kochprüfung.
- IHK zu Rostock: Aus- und Weiterbildung: Ausbildungsberatung und Prüfungen der IHK zu Rostock.