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Fischwirt/in

Als Fischwirt oder Fischwirtin fängst, züchtest und hältst du Fische und bereitest sie für den Verkauf vor. Die Ausbildung ist dual und dauert drei Jahre: Du lernst in einem anerkannten Fischereibetrieb und in der Berufsschule. Zu Beginn entscheidest du dich für eine von zwei Fachrichtungen – Aquakultur und Binnenfischerei oder Küstenfischerei und Kleine Hochseefischerei. Für die Fischwirt-Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern ist das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) der richtige Ansprechpartner.

Was machst du als Fischwirt/-in?

Du arbeitest auf Seen und Flüssen, in Teichanlagen und in den küstennahen Gewässern. Weitere Arbeitsorte sind Fischbrutbetriebe, Fischverarbeitungsbetriebe sowie der Fischgroß- und Einzelhandel. Der Arbeitstag richtet sich nach Wetter, Jahreszeit und Fangzeiten. Ein großer Teil der Arbeit findet draußen statt, oft früh am Morgen und bei Wind und Kälte.

In beiden Fachrichtungen gehört die Arbeit nach dem Fang dazu. Du schlachtest und filetierst Fische, räucherst oder kühlst sie und bereitest sie für den Verkauf an Händler, Gastronomie oder direkt an Kundinnen und Kunden vor. Dabei achtest du auf Hygiene, Tierschutz und die Vorschriften für Lebensmittel.

Fachrichtung Aquakultur und Binnenfischerei

In dieser Fachrichtung ziehst du Fische in Teichen, Becken, Tanks oder Aquakulturanlagen auf. Außerdem bewirtschaftest du Seen und Flüsse. Zu deinen Aufgaben gehören:

  • Wasserqualität und Temperatur überwachen, auch mit Sensoren und Messgeräten
  • Fische füttern und auf Anzeichen von Krankheiten oder Parasiten achten
  • natürliche Lebensräume an Gewässern pflegen
  • Anlagen, Tanks und Fischereigeräte reinigen und warten
  • Fische sortieren, verarbeiten und verkaufen, zum Teil auch über einen Online-Shop

Die früheren Ausbildungsschwerpunkte „Fischhaltung und Fischzucht“ sowie „Seen- und Flussfischerei“ sind seit der Neuordnung 2016 in dieser Fachrichtung zusammengefasst.

Fachrichtung Küstenfischerei und Kleine Hochseefischerei

Hier arbeitest du an Bord eines Fischereifahrzeugs. Du bereitest Netze und Reusen vor, setzt sie aus und holst sie wieder ein. Den Fang sortierst du, kühlst ihn und bereitest ihn für die Vermarktung vor. Du hältst Fanggeräte und Fahrzeug instand und lernst, ein Boot sicher zu führen. Nautik und Navigation gehören deshalb fest zur Ausbildung. Dazu kommen die Regeln der Fischerei, etwa zu Fangmengen und Fangmeldungen.

Welche Voraussetzungen brauchst du?

Gesetzlich ist für die Ausbildung kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die Betriebe wählen ihre Auszubildenden selbst aus. Das LALLF nennt für MV einen Haupt- oder Realschulabschluss sowie Interesse an einem Beruf in und mit der Natur. Für die Fachrichtung Küstenfischerei und Kleine Hochseefischerei brauchst du zusätzlich die Seediensttauglichkeit, die ärztlich festgestellt wird.

In der Schule helfen dir vor allem Biologie (Fische, Gewässer, Ökologie), Mathematik (Futtermengen, Fangmengen, Kalkulation) und Chemie (Wasserwerte). Wer gern körperlich arbeitet, wetterfest ist und früh aufstehen kann, kommt mit dem Alltag gut zurecht. Wenn dir auf einem Boot schnell übel wird, solltest du die Küstenfischerei vorher in einem Praktikum ausprobieren.

Wie läuft die Ausbildung zum Fischwirt ab?

Rechtsgrundlage ist die Fischwirtausbildungsverordnung (FischwAusbV) vom 26. Februar 2016, eine Ausbildungsordnung nach dem Berufsbildungsgesetz. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Den praktischen Teil lernst du im Ausbildungsbetrieb, die Theorie in der Berufsschule. Ausbilden dürfen nur Betriebe, die als Ausbildungsstätte anerkannt sind; die Anforderungen dafür regelt eine eigene Eignungsverordnung. Kann ein Betrieb nicht alle Inhalte vermitteln, ergänzen ein Ausbildungsverbund oder eine überbetriebliche Ausbildung die fehlenden Teile.

Der Ausbildungsrahmenplan teilt die Inhalte in zwei Abschnitte: die ersten 18 Monate und die Monate 19 bis 36. Er enthält Inhalte, die für beide Fachrichtungen gelten, und solche, die nur deine Fachrichtung betreffen. Dazu gehören:

  • Zucht, Haltung und Fang von Fischen
  • Bedienen, Warten und Instandsetzen von Fischereigeräten und -fahrzeugen
  • Untersuchen, Beurteilen und Bewirtschaften von Fischereigewässern
  • Verarbeitung und Vermarktung von Fisch
  • Tierschutz, Tiergesundheit und ökologische Zusammenhänge

Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres legst du eine Zwischenprüfung ab. Sie bezieht sich auf die Inhalte der ersten 18 Ausbildungsmonate und findet in den Bereichen „Fischereiliche Nutzung“ sowie „Maschinen und Geräte, Be- und Verarbeitung“ statt. Am Ende steht die Abschlussprüfung. Ihre Prüfungsbereiche legt die Verordnung fest, zum Teil getrennt nach Fachrichtung. Dazu gehören unter anderem „Nautik und Navigation“, „Fischereibiologie, Bewirtschaftung und Vermarktung“ sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Die Ausbildung dauert drei Jahre in zwei AbschnittenDie Ausbildung dauert drei Jahre inzwei AbschnittenMonat 1–18Erster AbschnittBetrieb und Berufsschule: Inhalte der ersten18 Monate laut Rahmenplanab Monat 19Zweiter AbschnittBetrieb und Berufsschule: Inhalte der Monate19 bis 36 laut RahmenplanEnde Jahr 2ZwischenprüfungPrüfung zu den Inhalten der ersten 18AusbildungsmonateEnde Jahr 3AbschlussprüfungPrüfungsbereiche laut Verordnung, z. B. Nautikund NavigationQuelle: FischwirtausbildungsverordnungFischwAusbV 2016
Die Ausbildung zum Fischwirt oder zur Fischwirtin gliedert sich in zwei Abschnitte mit Zwischen- und Abschlussprüfung.

Die Ausbildung kann sich verkürzen, zum Beispiel mit Abitur oder bei sehr guten Leistungen. Den Antrag stellen du und dein Betrieb gemeinsam bei der zuständigen Stelle.

Wie viel verdienst du in der Ausbildung?

Für die Fischwirt-Ausbildung gilt das Berufsbildungsgesetz und damit die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG. Maßgeblich ist das Jahr, in dem deine Ausbildung beginnt. Bei Beginn im Jahr 2026 sind es mindestens 724 Euro im ersten und 854 Euro im zweiten Ausbildungsjahr. Bei Beginn im Jahr 2027 steigt die Untergrenze auf 764 Euro im ersten, 902 Euro im zweiten und 1.031 Euro im dritten Ausbildungsjahr.

Die Vergütung steigt mit jedem Ausbildungsjahr. Ist dein Betrieb an einen Tarifvertrag gebunden, kann dort mehr vorgesehen sein. Die genaue Höhe steht in deinem Ausbildungsvertrag.

Fischwirt-Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern

In MV ist das LALLF die zuständige Stelle für die Berufsausbildung in den Agrarberufen, also auch für Fischwirtinnen und Fischwirte. Dort gibt es den Ausbildungsvertrag und getrennte Ausbildungspläne für beide Fachrichtungen. Das LALLF ist im Land zugleich für die Fischerei zuständig, etwa für die Registrierung der Fischereibetriebe und Fischereifahrzeuge in der Küsten- und Binnenfischerei.

Wenn du einen Ausbildungsbetrieb suchst, kannst du dich an die Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberater wenden. Das LALLF verweist dafür auf die Fachschule in Güstrow-Bockhorst. Betriebe in deiner Nähe findest du im Azubi-Atlas nach Landkreis. Persönlich ins Gespräch kommst du auf den Ausbildungsmessen in MV.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Mit Berufserfahrung kannst du die Meisterprüfung im Beruf Fischwirt ablegen; die Anforderungen dafür regelt eine eigene Verordnung des Bundes. Die Meisterprüfung bereitet dich darauf vor, einen Betrieb zu führen und selbst Auszubildende anzuleiten. Auch eine Weiterbildung an einer Fachschule ist ein möglicher Weg.

Mit Hochschulzugangsberechtigung kommt ein Studium infrage, etwa in Fischereiwissenschaft, Aquakultur oder Biologie. Wenn dich das Leben im Meer besonders interessiert, schau dir das Studium der Marinebiologie an.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Fischwirt-Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern?

Die Regeldauer beträgt drei Jahre, das gilt bundesweit und damit auch in MV. Mit Abitur oder sehr guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich. Darüber entscheidet die zuständige Stelle, in MV das LALLF.

Welche Fachrichtung passt zu mir?

Wenn du gern an Land mit Teichen, Anlagen und Seen arbeitest, passt Aquakultur und Binnenfischerei. Wenn du aufs Wasser willst und dir Arbeit an Bord bei Wind und Wellen nichts ausmacht, passt Küstenfischerei und Kleine Hochseefischerei. Ein Praktikum in beiden Bereichen hilft dir bei der Entscheidung.

Was ist aus den Schwerpunkten Seen- und Flussfischerei sowie Fischhaltung und Fischzucht geworden?

Diese Schwerpunkte stammen aus der früheren Ausbildungsordnung. Seit 2016 gibt es nur noch zwei Fachrichtungen. Fischzucht, Fischhaltung und die Fischerei auf Seen und Flüssen lernst du heute in der Fachrichtung Aquakultur und Binnenfischerei.

Brauche ich einen Bootsführerschein für die Ausbildung?

Als Voraussetzung für den Ausbildungsbeginn nennt das LALLF keinen Führerschein. In der Küstenfischerei brauchst du aber die Seediensttauglichkeit. Nautik und Navigation lernst du in dieser Fachrichtung während der Ausbildung und wirst darin auch geprüft.

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