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Universität: Eine Institution für Hochschulbildung, Forschung und Ausbildung

Eine Universität ist eine Hochschule, an der geforscht und gelehrt wird und die akademische Grade bis zur Promotion verleiht. Die ersten Universitäten entstanden im Mittelalter. In Deutschland ist die Universität Heidelberg die älteste, gegründet 1386. Wenn du ein Studium planst, hilft es zu wissen, wie sich eine Universität von anderen Hochschulen unterscheidet und welche Formen es heute gibt.

Die Geschichte der Universitäten

Als älteste Universität im heutigen Sinn gilt die Universität Bologna in Italien. Als Gründungsjahr wird traditionell 1088 angegeben. In Oxford ist Lehrbetrieb ab 1096 belegt. Die University of Oxford ist damit die älteste Universität in England und im englischsprachigen Raum.

Die Universität Prag, heute Karls-Universität, wurde 1348 gegründet. Sie ist die älteste Universität Mitteleuropas und war die erste im damaligen Heiligen Römischen Reich. Die Universität Heidelberg folgte 1386 und ist die älteste Universität im heutigen Deutschland. In der Schweiz ist die Universität Basel von 1460 die älteste, in den USA die Harvard University von 1636.

Einfluss und Bedeutung der frühen Universitäten

Mit den mittelalterlichen Universitäten entstand erstmals ein geordnetes System für Studium und Wissenschaft. Lehrende und Studierende schlossen sich zu Körperschaften mit eigenen Rechten zusammen. Diese Körperschaften verliehen Abschlüsse, die über die Stadt hinaus anerkannt waren. Die Universitäten blieben dabei eng mit der Kirche verbunden. Viele wurden mit päpstlicher oder landesherrlicher Erlaubnis gegründet. Studiert wurden zunächst die Grundlagenfächer, danach Theologie, Rechtswissenschaft oder Medizin. Diese Einteilung in Fakultäten wirkt in heutigen Universitäten bis heute nach.

Universität Gründungsjahr Land
Universität Bologna 1088 (traditionelle Angabe) Italien
University of Oxford Lehrbetrieb ab 1096 belegt England
Universität Prag 1348 Tschechien
Universität Heidelberg 1386 Deutschland
Universität Basel 1460 Schweiz
Harvard University 1636 USA

Der Begriff Universität

Das Wort stammt vom lateinischen „universitas“. Damit war ursprünglich eine Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden gemeint. Heute bezeichnet „Universität“ eine Hochschule, die viele Fachrichtungen unter einem Dach vereint und Wissen durch Forschung und Lehre weitergibt.

Das Bild der modernen Universität in Deutschland hat Wilhelm von Humboldt Anfang des 19. Jahrhunderts geprägt. Sein Leitgedanke war die Einheit von Forschung und Lehre. Professorinnen und Professoren sollen selbst forschen und ihre Ergebnisse in die Lehre einbringen. Studierende sollen lernen, wissenschaftlich zu denken und zu arbeiten.

Ein weiteres Merkmal ist die Selbstverwaltung. Universitäten in Deutschland sind meist staatliche Einrichtungen der Länder und werden überwiegend vom Land finanziert. Ihre Gremien entscheiden aber selbst über Studienordnungen, Berufungen und Forschungsschwerpunkte. Grundlage dafür ist die Wissenschaftsfreiheit nach Artikel 5 Absatz 3 des Grundgesetzes. Der Staat darf Forschung und Lehre nicht inhaltlich vorschreiben. Den Rahmen setzen die Hochschulgesetze der Länder.

Universität
Bild: mit KI erstellt (Symbolbild)

Charakteristika und Aufgaben der Universitäten

Die Kernaufgaben einer Universität sind Forschung und Lehre. Hinzu kommt die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Lehrende dürfen im Rahmen der akademischen Freiheit selbst bestimmen, wie sie ihre Lehrveranstaltungen gestalten und worüber sie forschen.

Universitäten verleihen staatlich anerkannte akademische Grade, vor allem Bachelor und Master. In Fächern wie Medizin oder Jura schließt das Studium mit einem Staatsexamen ab, im Lehramt je nach Bundesland mit einem Staatsexamen oder einem Master of Education. Außerdem haben Universitäten das Promotionsrecht, sie dürfen also den Doktorgrad vergeben.

Ein Bachelorstudium dauert in der Regel 6 bis 8 Semester, ein darauf aufbauender Master 2 bis 4 Semester. Die Studienordnung legt Pflicht- und Wahlmodule fest. Innerhalb dieses Rahmens stellst du deinen eigenen Stundenplan zusammen und setzt fachliche Schwerpunkte. Gegenüber der Schule verlangt das deutlich mehr Selbstorganisation.

Neben den Universitäten gibt es Hochschulen für angewandte Wissenschaften, früher Fachhochschulen genannt. Dort steht die Anwendung im Beruf stärker im Vordergrund. Ein Praxissemester ist dort häufig fester Teil des Studiums. Universitäten arbeiten dagegen theorie- und forschungsorientierter. Das Promotionsrecht liegt in der Regel bei den Universitäten. In einigen Bundesländern dürfen auch Hochschulen für angewandte Wissenschaften unter bestimmten Bedingungen promovieren lassen.

Universität forscht breiter, HAW arbeitet praxisnäherUniversität forscht breiter, HAW arbeitetpraxisnäherUniversitätHAWAusrichtungForschung und TheorieAnwendung im BerufPraxisanteilje nach Fachhäufig PraxissemesterPromotioneigenesPromotionsrechtin einigen LändernbegrenztQuelle: Hochschulgesetze der Länder
Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften unterscheiden sich vor allem in Praxisbezug und Promotionsrecht.

Spezialisierte Universitäten und Hochschulen

Manche Hochschulen konzentrieren sich auf ein Fachgebiet und tragen das im Namen. Für künstlerische Fächer verlangen sie meist eine Eignungsprüfung, etwa eine Mappe, ein Vorspiel oder ein Vorsprechen. Typische Formen sind:

Kunsthochschulen

Kunsthochschulen bilden in bildender Kunst, Design und angewandter Kunst aus. Im Mittelpunkt steht die eigene künstlerische Arbeit im Atelier und in Werkstätten.

Musikhochschulen

Musikhochschulen bieten musikalische Studiengänge wie Orchesterinstrument, Gesang, Komposition und Musikpädagogik an. Ein großer Teil des Studiums besteht aus Einzelunterricht und Üben.

Hochschulen für Schauspielkunst

Hochschulen für Schauspielkunst bereiten auf die Arbeit als Schauspielerin oder Schauspieler vor. Im Studium trainierst du Sprechen, Bewegung und Rollenarbeit in kleinen Gruppen.

Filmhochschulen

An Filmhochschulen lernst du Regie, Drehbuch, Kamera, Montage oder Produktion. Studierende drehen schon während des Studiums eigene Filme.

Sporthochschulen

Sporthochschulen bieten sportwissenschaftliche Studiengänge an. Sie verbinden Theorie, etwa Trainingswissenschaft oder Sportmedizin, mit Praxis in vielen Sportarten.

Hochschule Spezialisierung
Technische Universität München Technik und Ingenieurwissenschaften
Universität der Künste Berlin Kunst und Design
Hochschule für Musik und Theater Hamburg Musik und Theater
Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin Schauspielkunst
Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf Film und Medien
Deutsche Sporthochschule Köln Sportwissenschaften

Neue Konzepte und Entwicklungen im Universitätswesen

Beim Studium an Fernuniversitäten lernst du mit Studienbriefen und Online-Material, meist zeit- und ortsunabhängig. Prüfungen und einzelne Präsenzphasen finden an festen Terminen statt. Dieses Modell nutzen vor allem Berufstätige und Menschen, die nicht an einen Hochschulort ziehen können.

Stiftungsuniversitäten haben eine Stiftung als Trägerin statt des Landes. In Deutschland sind das meist öffentlich-rechtliche Stiftungen, die weiterhin überwiegend vom Land finanziert werden. Dafür haben sie mehr Spielraum, etwa bei Personal und Vermögen. Private Hochschulen brauchen eine staatliche Anerkennung, damit ihre Abschlüsse gelten. Sie verlangen in der Regel Studiengebühren, deren Höhe du direkt bei der Hochschule erfragst (Stand kann sich ändern). Oft bieten sie spezialisierte Studiengänge mit engem Bezug zur Wirtschaft an.

Viele Universitäten öffnen sich außerdem für die Öffentlichkeit. Bürgeruniversitäten laden zu öffentlichen Vorträgen, offenen Seminaren und Veranstaltungen ein und machen Forschung auch für Menschen ohne Studium zugänglich. Kinderuniversitäten bieten Vorlesungen, die sich gezielt an Schulkinder richten.

Studieren in Mecklenburg-Vorpommern

Wenn du in Mecklenburg-Vorpommern studieren möchtest, überlege vorher, ob du eher forschungsnah und theoretisch studieren willst oder mit festem Praxisanteil. Die Hochschulen im Land stellt das Portal in eigenen Hochschulprofilen für MV vor. Die Termine der Ausbildungs- und Studienmessen in MV stehen ebenfalls auf dem Portal. Für Fragen zu einem bestimmten Fach, zur Bewerbung und zur Zulassung wendest du dich an die Studienberatung der jeweiligen Hochschule.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Universität und Hochschule?

„Hochschule“ ist der Oberbegriff, die Universität ist eine Form davon. Universitäten forschen breiter und haben in der Regel das Promotionsrecht. Hochschulen für angewandte Wissenschaften sind stärker auf die Berufspraxis ausgerichtet.

Welche Universität ist die älteste in Deutschland?

Die Universität Heidelberg, gegründet 1386. Europaweit gilt die Universität Bologna als älteste. Als ihr Gründungsjahr wird traditionell 1088 angegeben.

Was brauche ich, um an einer Universität zu studieren?

In der Regel brauchst du die allgemeine Hochschulreife, also das Abitur. Für einige Fächer reicht die fachgebundene Hochschulreife. Auch beruflich Qualifizierte können unter bestimmten Bedingungen studieren. Für zulassungsbeschränkte oder künstlerische Fächer kommen ein Numerus clausus oder eine Eignungsprüfung hinzu.

Kostet ein Studium an einer staatlichen Universität Geld?

Für ein Erststudium an staatlichen Hochschulen fallen in Deutschland in der Regel keine Studiengebühren an. Du zahlst aber jedes Semester einen Semesterbeitrag. Die aktuelle Höhe nennt dir die Hochschule (Stand kann sich ändern).

Was bedeutet „Einheit von Forschung und Lehre“?

Der Grundsatz geht auf Wilhelm von Humboldt zurück. Lehrende forschen selbst und bringen ihre Ergebnisse in die Lehre ein. Studierende lernen so nicht nur Wissen, sondern auch wissenschaftliche Methoden.

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