Geisteswissenschaftliche Informatik verbindet ein abgeschlossenes Studium, etwa in Geschichte, Sprachwissenschaft oder Soziologie, mit einem Aufbaustudium in Informatik. Es ist ein Masterstudiengang: Du beginnst ihn erst nach einem ersten Hochschulabschluss. Wenn du dich für Sprache, Texte und Geschichte ebenso interessierst wie fürs Programmieren, kannst du diesen Weg schon bei der Wahl deines Bachelors einplanen.
Was ist das geisteswissenschaftliche Informatikstudium?
Das Studium richtet sich an Absolventinnen und Absolventen geistes- oder sozialwissenschaftlicher Bachelor-, Magister- oder Diplomstudiengänge. Sie erwerben im Master Fachwissen, das sonst ein Informatikstudium vermittelt. Das Studium ist auf Menschen zugeschnitten, die aus einer anderen Fachkultur kommen. Einen solchen Master bietet zum Beispiel die TU Chemnitz an. Den Link dazu findest du unter „Weitere Infos“.
Die Regelstudienzeit beträgt 4 Semester, der Abschluss ist der Master of Science (M.Sc.). Du kannst auch in Teilzeit studieren, Studienbeginn ist in der Regel das Wintersemester. Eine Zulassungsbeschränkung gibt es für den Studiengang nicht. Prüfe diese Angaben vor der Bewerbung auf der Seite der jeweiligen Hochschule, denn der Stand kann sich ändern.
Voraussetzungen für das geisteswissenschaftliche Informatikstudium
Die wichtigste Voraussetzung ist ein berufsqualifizierender Hochschulabschluss in einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Bachelor-, Magister- oder Diplomstudiengang. Auch mit einem Abschluss aus einem anderen Fachbereich kannst du dich bewerben. Dann kann die Hochschule zusätzliche Leistungen verlangen, mit denen du fehlende Kenntnisse nachweist.
Voraussetzungen im Überblick
- berufsqualifizierender Abschluss in einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Studiengang
- keine Zulassungsbeschränkung: Wer die Voraussetzungen erfüllt, wird zugelassen
- bei einem Erststudium aus einem anderen Fachbereich möglicherweise Zusatzleistungen
Wie Bewerbung und Immatrikulation ablaufen, regelt jede Hochschule selbst. Fristen und nötige Unterlagen stehen auf der Seite des Studiengangs. Auch hier gilt: Der Stand kann sich ändern.
Für dich als Schülerin oder Schüler bedeutet das: Der Weg führt über zwei Stufen. Zuerst studierst du einen Bachelor in einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fach. Danach kannst du mit dem Master in die Informatik wechseln. Welche Vorkenntnisse eine Hochschule für den Master erwartet, steht in der Zugangsordnung des jeweiligen Studiengangs.

Studieninhalte des geisteswissenschaftlichen Informatikstudiums
Das Studium verbindet geisteswissenschaftliche Fächer mit Kenntnissen aus der Informatik. Im Informatikteil geht es darum, zu programmieren, Algorithmen zu entwickeln und zu analysieren sowie Datenbanken aufzubauen und zu verwalten. Dazu kommen Einblicke in die Informationstechnik und die Medieninformatik. Beispielhafte Lehrgebiete sind:
- Grundlagen der Programmierung
- Algorithmen und Datenstrukturen
- Datenbanken
- Informationstechnik
- Medieninformatik
Auf der geisteswissenschaftlichen Seite stehen Fächer wie Germanistik, Geschichte, Sprachen und Sprachwissenschaft. Hier geht es darum, Texte zu analysieren und zu interpretieren und historische und kulturelle Zusammenhänge zu verstehen. Vieles davon bringst du aus deinem Erststudium mit. Wie groß der geisteswissenschaftliche Anteil im Master selbst ist und welche Module genau angeboten werden, steht in der Studien- und Prüfungsordnung der jeweiligen Hochschule.
Über Vertiefungsmodule setzt du eigene Schwerpunkte: Du kannst dich auf bestimmte Themen spezialisieren oder dir einen breiten Überblick über Informatik und geisteswissenschaftliche Fächer verschaffen.

Karriereaussichten nach dem geisteswissenschaftlichen Informatikstudium
Mit dem Abschluss arbeitest du dort, wo Technik verständlich erklärt, organisiert oder mit Inhalten verbunden werden muss. Mögliche Berufsfelder sind:
- IT-Fachjournalismus: technische Themen für Leserinnen und Leser ohne Fachwissen verständlich aufbereiten
- Webredaktion: Inhalte für Websites erstellen, redigieren und verwalten
- Fachbücher: als Autorin oder Autor Wissen zu IT-Themen veröffentlichen
- IT-Management: IT-Projekte in Unternehmen planen, koordinieren und überwachen
- Webdesign: Websites gestalten und technisch umsetzen
- Wissenschaftliche Forschung: in interdisziplinären Projekten neue digitale Methoden und Werkzeuge mitentwickeln
Je nach Erststudium spezialisierst du dich auf Bereiche, in denen dein Fachwissen und die Informatik zusammenkommen.
Beispiel: Karriereaussichten als IT-Fachjournalist oder IT-Fachjournalistin
IT-Fachjournalistinnen und -journalisten berichten über aktuelle Entwicklungen in der IT-Branche. Sie schreiben Fachartikel, führen Interviews und verfassen Produkttests. Dafür brauchst du solide Informatikkenntnisse, einen sicheren schriftlichen Ausdruck und Interesse an technischen Themen. Diese Mischung vermittelt das Studium: Das Informatikwissen kommt aus dem Master, die Erfahrung im Schreiben und Argumentieren aus dem geisteswissenschaftlichen Erststudium.
Wo kannst du in MV geisteswissenschaftliche Informatik studieren?
An den Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern gibt es nach unserer Recherche (Stand: November 2026) keinen Studiengang Geisteswissenschaftliche Informatik. Welche Hochschulen es in MV gibt und welche Fächer sie anbieten, siehst du in den Hochschulprofilen für MV. Dort kannst du auch prüfen, welcher Bachelor für dich als erster Schritt infrage kommt. Informatik-Studiengänge aller Hochschulen in Deutschland findest du im Hochschulkompass. Rund ums Studium in MV informiert das Portal „Studieren mit Meerwert“. Beide Seiten sind unter „Weitere Infos“ verlinkt. Hochschulen kannst du auch persönlich kennenlernen: Die Termine stehen unter Ausbildungs- und Studienmessen in MV.
Häufige Fragen
Kann ich Geisteswissenschaftliche Informatik direkt nach dem Abitur studieren?
Nein, es handelt sich um einen Masterstudiengang. Du brauchst zuerst einen berufsqualifizierenden Abschluss, meist einen Bachelor in einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fach. Wenn du direkt mit Informatik starten willst, ist ein Bachelor in Informatik der passende Weg.
Brauche ich Programmierkenntnisse für den Master?
Das Studium richtet sich an Absolventinnen und Absolventen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften, also nicht an ausgebildete Informatikerinnen und Informatiker. Ob die Hochschule bestimmte Vorkenntnisse erwartet, steht in der Zugangsordnung des jeweiligen Studiengangs. Frag im Zweifel bei der Studienberatung nach.
Gibt es einen NC für Geisteswissenschaftliche Informatik?
Für den Studiengang gibt es keine Zulassungsbeschränkung. Wenn du die Zugangsvoraussetzungen erfüllst, wirst du zugelassen. Andere Hochschulen können das anders regeln. Prüfe die aktuellen Bedingungen deshalb vor der Bewerbung.
Welchen Abschluss bekomme ich und wie lange dauert das Studium?
Du schließt mit dem Master of Science (M.Sc.) ab, die Regelstudienzeit beträgt 4 Semester. Wenn du in Teilzeit studierst, verlängert sich die Studiendauer entsprechend.
Weitere Infos
- Studienbereich Informatik im Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz: Überblick über das Fach und Suche nach Studiengängen an allen staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland.
- Studienfeld Informatik auf studienwahl.de, herausgegeben von der Stiftung für Hochschulzulassung und der Bundesagentur für Arbeit: Studieninhalte, Zugangsvoraussetzungen und typische Berufsfelder.
- Studieren mit Meerwert, das Portal des Landes Mecklenburg-Vorpommern: Hier stellen sich die Universitäten und Hochschulen im Land mit ihren Studienangeboten vor.
- https://www.tu-chemnitz.de/informatik/studium/studiengaenge/index.php?page=ma_gw
