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Kaufmann/frau für Dialogmarketing

Als Kaufmann oder Kauffrau für Dialogmarketing betreust du Kundinnen und Kunden am Telefon, per E-Mail, im Chat oder per Brief und planst ganze Kundenaktionen mit. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre. Du lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule, die Abschlussprüfung legst du vor der Industrie- und Handelskammer ab.

Was machst du als Kaufmann/-frau für Dialogmarketing?

Dialogmarketing heißt: Ein Unternehmen spricht Menschen direkt an und bleibt mit ihnen im Gespräch. Du bist die Person, die diesen Kontakt führt und organisiert. Du nimmst Anfragen an, beantwortest Fragen zu Produkten und Verträgen, bearbeitest Beschwerden und Bestellungen und rufst Kundinnen und Kunden auch selbst an, etwa um ein neues Angebot vorzustellen. Die Ausbildungsordnung nennt dafür vier Felder: sprachliche und schriftliche Kommunikation, Kundenbetreuung, Kundenbindung und Kundengewinnung.

Deine Arbeit endet nicht beim einzelnen Gespräch. Du planst Projekte mit, zum Beispiel eine Aktion für einen Auftraggeber: Wie viele Kontakte sind geplant, wer im Team übernimmt welche Schicht, welche Gesprächsleitfäden braucht ihr? Danach wertest du Kennzahlen aus, rechnest Aufträge ab und schlägst vor, was beim nächsten Mal besser laufen kann. Zur Ausbildung gehören auch Qualitätssicherung und die Frage, wie Abläufe im Betrieb organisiert sind.

Deine wichtigsten Werkzeuge sind Headset, Computer und Kundendatenbank. Du arbeitest mit Software für Telefonie, E-Mail und Chat und pflegst Kundendaten. Weil du ständig mit persönlichen Daten umgehst, lernst du in der Ausbildung ausführlich Datenschutz und Datensicherheit.

Typische Arbeitsorte sind Kundenservice-Center und Dienstleister, die für andere Unternehmen den Kundenkontakt übernehmen. Auch Unternehmen mit eigener Serviceabteilung bilden in diesem Beruf aus. Oft arbeitest du im Team und im Schichtbetrieb, weil viele Servicezeiten über den normalen Bürotag hinausgehen.

Welche Voraussetzungen brauchst du?

Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, Betriebe wählen ihre Auszubildenden selbst aus. Was sie in der Stellenanzeige erwarten, ist von Betrieb zu Betrieb verschieden.

Im Alltag hilft dir vor allem, dass du gern und klar sprichst und auch bei einem schwierigen Gespräch freundlich bleibst. Du solltest gut zuhören, sicher schreiben und mehrere Dinge gleichzeitig im Blick behalten können: Gespräch, Bildschirm und Notizen. Diese Schulfächer bereiten dich vor:

  • Deutsch für Gespräche, E-Mails und Gesprächsleitfäden
  • Mathematik für Kennzahlen, Kalkulation und Abrechnung
  • Englisch, wenn dein Betrieb auch internationale Kundschaft betreut
  • Informatik oder Medienkunde für den Umgang mit Software und Datenbanken

Wie läuft die Ausbildung ab?

Die Ausbildung ist bundesweit in der Verordnung über die Berufsausbildung zum Kaufmann für Dialogmarketing/zur Kauffrau für Dialogmarketing geregelt. Sie stammt vom 23. Mai 2006 und gilt seit dem 1. August 2006. Eine neuere Fassung gibt es bisher nicht. Die Regeldauer beträgt drei Jahre.

Du lernst an zwei Orten. Im Betrieb arbeitest du an echten Kundenkontakten und Projekten. In der Berufsschule lernst du die fachliche Theorie dazu und hast allgemeinbildenden Unterricht. Der Unterricht findet je nach Schule an einzelnen Tagen pro Woche oder in Blöcken statt.

Der Ausbildungsrahmenplan legt fest, was du lernst. Am Anfang stehen dein Ausbildungsbetrieb, seine Rechtsform und Struktur, deine Rechte und Pflichten als Auszubildende oder Auszubildender und die Leistungen der Dialogmarketing-Branche. Danach geht es um Dialogprozesse: Gespräche führen, Kundinnen und Kunden betreuen, binden und gewinnen. Dazu kommen Arbeitsorganisation und Teamarbeit, Software, Netze und Dienste sowie Datenbanken und Datenschutz. Im späteren Teil der Ausbildung rücken Projektmanagement im Dialogmarketing, betriebliche Abläufe und Qualitätssicherung in den Vordergrund.

Geprüft wirst du zweimal. Die Zwischenprüfung zeigt, wo du stehst. Sie bezieht sich auf die Inhalte des ersten Ausbildungsjahres und auf den Stoff der Berufsschule. Den genauen Termin legt deine IHK fest. Die Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung besteht aus vier Prüfungsbereichen: „Gestaltung und Vertrieb von Dienstleistungen“, „Projektmanagement im Dialogmarketing“ und „Wirtschafts- und Sozialkunde“ werden schriftlich geprüft, das „Fallbezogene Fachgespräch“ mündlich. Im Bereich „Gestaltung und Vertrieb von Dienstleistungen“ bearbeitest du in höchstens 90 Minuten praxisbezogene Aufgaben oder Fälle, vor allem zu Angebot und Verkauf von Dienstleistungen und zu Kernprozessen im Dialogmarketing. Im Fachgespräch wählst du eine von zwei praxisbezogenen Aufgaben und zeigst, dass du Gespräche mit Auftraggebern systematisch führen kannst. Zum Bestehen brauchst du im Gesamtergebnis und in mindestens drei der vier Prüfungsbereiche mindestens „ausreichend“.

Es gibt auch den kürzeren Ausbildungsberuf Servicefachkraft für Dialogmarketing. Er dauert laut eigener Verordnung zwei Jahre und konzentriert sich stärker auf das Kundengespräch und die Abwicklung von Projekten. Nach diesem Abschluss kannst du die Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Dialogmarketing nach den Vorschriften für das dritte Ausbildungsjahr fortsetzen. So kommst du in zwei Schritten zum gleichen Ziel.

In drei Jahren zum IHK-Abschluss im DialogmarketingIn drei Jahren zum IHK-Abschluss imDialogmarketingJahr 1Betrieb und KundendialogAusbildungsbetrieb, Branche,Kundengespräche, DatenschutzJahr 2Kunden betreuen und bindenZwischenprüfung zum Stoff aus Jahr 1,Kundenbindung, TeamarbeitSeiteneinstiegWeg ServicefachkraftNach zwei Jahren Servicefachkraft weiter ins3. JahrJahr 3Projekte und AbschlussProjektmanagement, Qualitätssicherung,Abschlussprüfung bei der IHKQuelle: Ausbildungsordnung DialogmKfAusbV
Die Ausbildung dauert drei Jahre; nach der zweijährigen Servicefachkraft geht es im dritten Jahr weiter.

Eine Verkürzung ist möglich, zum Beispiel mit einem höheren Schulabschluss oder guten Leistungen. Darüber entscheidet die IHK auf Antrag. Sprich das früh mit deinem Betrieb ab.

Was verdienst du in der Ausbildung? Vergütung im Überblick

Die Ausbildung läuft nach dem Berufsbildungsgesetz. Deshalb gilt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG. Sie richtet sich nach dem Jahr, in dem deine Ausbildung beginnt, und steigt mit jedem Ausbildungsjahr.

Ausbildungsbeginn 1. Jahr 2. Jahr 3. Jahr
2026 724 Euro 854 Euro 977 Euro
2027 764 Euro 902 Euro 1.031 Euro

Das sind Untergrenzen für Betriebe ohne Tarifvertrag, jeweils im Monat. Gilt in deinem Betrieb ein Tarifvertrag, richtet sich die Vergütung nach ihm und kann höher ausfallen. Wie viel du genau bekommst, steht in deinem Ausbildungsvertrag.

Ausbildung Dialogmarketing in Mecklenburg-Vorpommern

Zuständige Stelle für deine Ausbildung ist die Industrie- und Handelskammer am Sitz deines Ausbildungsbetriebs. In MV sind das die IHK zu Rostock, die IHK zu Schwerin und die IHK Neubrandenburg für das östliche Mecklenburg-Vorpommern. Die IHK trägt deinen Ausbildungsvertrag ein, berät dich und deinen Betrieb bei Fragen zur Ausbildung und nimmt die Prüfungen ab.

Welche Berufsschule du besuchst, hängt vom Standort deines Betriebs ab. Das erfährst du bei deinem Ausbildungsbetrieb oder bei deiner IHK.

Betriebe, die in deinem Landkreis oder in Rostock und Schwerin ausbilden, findest du im Azubi-Atlas für MV. Unter diesem Berufsbild zeigt dir das Portal passende Ausbildungsbetriebe außerdem automatisch an. Ins Gespräch mit Betrieben kommst du auf Ausbildungsmessen in MV, die Termine stehen im Portal.

Wie geht es nach der Ausbildung weiter?

Nach dem Abschluss arbeitest du im Kundenservice, in der Kundenbetreuung oder in der Projektarbeit eines Dialogmarketing-Dienstleisters. Mit Berufserfahrung kannst du Verantwortung für ein Team, für Schichtpläne oder für ganze Projekte übernehmen.

Für den nächsten Schritt gibt es kaufmännische Fortbildungen der IHK, zum Beispiel zum Fachwirt oder zur Fachwirtin. Solche Abschlüsse heißen nach dem Berufsbildungsgesetz „Bachelor Professional“. Welche Fortbildungen in MV angeboten werden und welche Voraussetzungen gelten, erfährst du bei deiner IHK. Mit Hochschulzugangsberechtigung kannst du auch studieren, etwa Betriebswirtschaft oder Marketing. Wenn du dich stärker für Werbung und Kampagnen interessierst, findest du im Berufsbild Kaufmann/frau für Marketingkommunikation einen verwandten Ausbildungsberuf.

Hier in MV ausbilden

Betriebe aus dem Azubi-Atlas, die in diesem Beruf ausbilden.

Alle Betriebe für diesen Beruf

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Ausbildung Kaufmann/-frau für Dialogmarketing?

Die Regeldauer beträgt laut Ausbildungsordnung drei Jahre. Mit guten Voraussetzungen kann die IHK auf Antrag eine kürzere Dauer zulassen. Hast du schon den Abschluss als Servicefachkraft für Dialogmarketing, kannst du nach den Regeln für das dritte Ausbildungsjahr weitermachen.

Was ist der Unterschied zur Servicefachkraft für Dialogmarketing?

Die Servicefachkraft lernt zwei Jahre und arbeitet vor allem im direkten Kundenkontakt. Als Kaufmann oder Kauffrau lernst du ein Jahr länger und übernimmst zusätzlich mehr Planung, Projektmanagement und Auswertung. Beide Berufe sind staatlich anerkannt und seit 2006 geregelt.

Muss ich in der Ausbildung nur telefonieren?

Nein. Das Telefon ist ein wichtiger Kanal, dazu kommen E-Mail, Chat und Brief. Außerdem planst du Projekte mit, wertest Kennzahlen aus und arbeitest mit Datenbanken.

Wo finde ich den Beruf Kaufmann für Dialogmarketing im BERUFENET?

Das BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit führt den Beruf unter seiner amtlichen Bezeichnung. Dort findest du eine Beschreibung der Tätigkeiten und der Ausbildung. Den verbindlichen Rahmen setzt aber die Ausbildungsordnung, auf die sich auch dieses Berufsbild stützt.

Welche IHK ist in MV für mich zuständig?

Zuständig ist die IHK am Sitz deines Ausbildungsbetriebs, also die IHK zu Rostock, die IHK zu Schwerin oder die IHK Neubrandenburg. Sie berät dich auch, wenn es in der Ausbildung Probleme gibt.

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