Im Studium Wissenschaftsjournalismus lernst du, über Forschung, Medizin und Technik so zu berichten, dass Laien es verstehen und Fachleute nichts Falsches darin finden. Du verbindest journalistisches Handwerk wie Recherche, Interview und Medienethik mit einem Fach aus den Naturwissenschaften, der Technik oder dem Datenjournalismus. Im Bachelor ist ein einjähriges Volontariat in einer Redaktion fest eingeplant. Ein Master vertieft danach Forschungsmethoden und Redaktionsleitung.
Was ist Wissenschaftsjournalismus?
Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten entscheiden, welche Forschungsergebnisse für die Öffentlichkeit wichtig sind. Sie lesen Studien, sprechen mit Forschenden und ordnen ein, was ein Ergebnis bedeutet und was nicht. Daraus entstehen Artikel, Radio- und Fernsehbeiträge, Podcasts, Online-Formate oder Datenanalysen. Typische Themen sind Medizin und Gesundheit, Klima und Umwelt, Energie, Digitalisierung und Technik.
Wer in diesem Feld arbeitet, braucht zwei Dinge: sauberes journalistisches Arbeiten und genug Fachwissen, um Behauptungen kritisch zu prüfen. Eine Pressemitteilung über ein neues Medikament klingt oft eindeutiger, als die Studie dahinter es hergibt. Genau diesen Unterschied zu erkennen und verständlich zu erklären, lernst du im Studium.
Studieninhalte im Bachelor-Studiengang Wissenschaftsjournalismus
Der Bachelor ruht auf zwei Säulen: dem journalistischen Teil und einem Zweitfach. Im journalistischen Teil lernst du zu recherchieren, übst Interviews und beschäftigst dich mit Medienrecht und Berufsethik. Du lernst, wissenschaftlich fundierte Artikel zu verfassen und komplexe Themen verständlich und anschaulich zu präsentieren.
Das Zweitfach wählst du nach Interesse. Zur Auswahl stehen Schwerpunkte aus den Naturwissenschaften, Technikjournalismus oder Datenjournalismus. Diese Aufteilung folgt der Themenaufteilung vieler Wissenschaftsredaktionen. Das Zweitfach nimmt einen großen Teil des Bachelors ein. Dort lernst du die Methoden und Denkweise einer Disziplin kennen und baust das Fachwissen auf, mit dem du später als Expertin oder Experte für ein Themengebiet arbeiten kannst. So kannst du komplexe Zusammenhänge fachlich richtig darstellen und zwischen Forschung und Öffentlichkeit vermitteln.
| Studieninhalte | Beschreibung |
|---|---|
| Journalistische Grundlagen | Recherche, Interviewtraining, Medienrecht, Ethik |
| Zweitfach | Naturwissenschaften, Technikjournalismus oder Datenjournalismus |
| Praxis | einjähriges studienintegriertes Volontariat in einer Redaktion |
Zum Abschluss des Bachelors absolvierst du ein einjähriges studienintegriertes Volontariat bei einem Medienunternehmen. Dort wendest du an, was du im Studium gelernt hast, und knüpfst erste Kontakte zu möglichen Arbeitgebern. Mehr dazu weiter unten.

Voraussetzungen für das Studium
Für einen Bachelor brauchst du in der Regel die allgemeine Hochschulreife oder eine andere anerkannte Hochschulzugangsberechtigung. Ob es einen Numerus clausus, ein Auswahlverfahren oder eine Eignungsprüfung gibt, legt jede Hochschule selbst fest. Prüfe Zulassungsregeln und Bewerbungsfristen deshalb direkt bei der Hochschule (Stand kann sich ändern).
Hilfreich sind Interesse an Naturwissenschaften und Technik, Freude am Schreiben und Erklären sowie sichere Grundlagen in Mathematik, vor allem wenn du ein naturwissenschaftliches Zweitfach oder Datenjournalismus wählst. Erste Erfahrungen in der Schülerzeitung, bei einem Praktikum in einer Lokalredaktion oder mit einem eigenen Blog oder Podcast zeigen dir, ob dir journalistisches Arbeiten liegt. Sie helfen dir außerdem, wenn die Hochschule bei der Bewerbung nach praktischer Erfahrung fragt.
Das studienintegrierte Volontariat
Das Volontariat ist im Journalismus die übliche Ausbildung zur Redakteurin oder zum Redakteur. Meist machst du es erst nach dem Studium. Im Bachelor Wissenschaftsjournalismus ist es dagegen Teil des Studiums: Das einjährige Volontariat findet in Kooperation mit Medienunternehmen statt, und du erwirbst dabei die Redakteursqualifikation. Mit dem Bachelorabschluss hast du damit schon eine vollständige journalistische Ausbildung.
Während des Volontariats arbeitest du in einer Redaktion mit. Du recherchierst, erstellst eigene Beiträge und lernst die redaktionelle Planung kennen. Dein Wissen aus dem Zweitfach setzt du direkt bei Themen aus Wissenschaft, Medizin und Technik ein. Das bringt dir das Volontariat:
- Einblicke in den Redaktionsalltag schon während des Studiums
- eigene veröffentlichte Beiträge, die du später für Bewerbungen nutzen kannst
- Kontakte zu Redaktionen und möglichen Arbeitgebern
- die Redakteursqualifikation ohne zusätzliches Volontariat nach dem Abschluss
Welche Redaktionen mitmachen und wie die Plätze vergeben werden, regelt die jeweilige Hochschule. Informiere dich rechtzeitig, ob du dich bei den Medienhäusern selbst bewerben musst.
Studieninhalte im Master-Studiengang Wissenschaftsjournalismus
Der Master-Studiengang Wissenschaftsjournalismus richtet sich an Journalistinnen und Journalisten, die Führungsaufgaben übernehmen oder selbst zum Wissenschaftsjournalismus forschen wollen. Die Schwerpunkte liegen auf empirischer Sozialforschung, Redaktionsmanagement und Führungskräfteentwicklung. Wie lange der Master dauert, legt die Hochschule fest.
Im Master entwickelst du deine journalistischen Fähigkeiten weiter und lernst, wie Forschung methodisch funktioniert. Die Methoden der empirischen Sozialforschung helfen dir, Studien selbst zu bewerten und deine Analysen und Berichte auf eine solide Grundlage zu stellen.
| Fach | Inhalte |
|---|---|
| Empirische Sozialforschung | Methoden der Datenerhebung und -analyse, statistische Auswertung, Interpretation von Forschungsergebnissen |
| Redaktionsmanagement | Planung und Organisation redaktioneller Abläufe, Teamführung, Qualitätssicherung |
| Führungskräfteentwicklung | Kommunikation und Führung, Konfliktmanagement, Ethik im Journalismus |
In der Regel wird ein Bachelorabschluss in Wissenschaftsjournalismus oder einem verwandten Studiengang erwartet, oft zusätzlich ein journalistisches Volontariat. Wer den Bachelor mit integriertem Volontariat abgeschlossen hat, bringt beides mit. Die genauen Zugangsregeln legt die Hochschule fest.
Vortragsreihe „Die Wissensmacher“
Manche Studiengänge ergänzen die Lehre durch Vortragsreihen mit Gästen aus der Praxis, etwa unter dem Titel „Die Wissensmacher“. Dort stellen Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten ihre Arbeit vor. Es geht um Fragen wie: Nach welchen Kriterien wählt eine Redaktion Wissenschaftsnachrichten aus? Wie recherchiert man bei Forschungsthemen? Wie entwickelt sich das Fach weiter? Für dich ist das eine Gelegenheit, Menschen aus dem Beruf direkt zu fragen und erste Kontakte zu knüpfen. Ob und in welcher Form es solche Reihen gibt, erfährst du bei der Hochschule.
Berufsaussichten im Wissenschaftsjournalismus
Nach dem Studium arbeitest du als Redakteurin oder Redakteur, Reporter/-in, Moderator/-in oder Fachautor/-in. Mögliche Arbeitgeber sind öffentlich-rechtliche Sender wie ARD und ZDF, Zeitungen wie die Süddeutsche Zeitung oder Die Zeit, Online-Medien, Magazine und Fachzeitschriften. Du arbeitest für Print, Online, Radio oder Fernsehen und oft für mehrere Kanäle gleichzeitig. Typisch sind Wissenschafts-, Medizin- oder Technikressorts, aber auch allgemeine Redaktionen, die Fachwissen zu Forschungsthemen brauchen.
Viele Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten arbeiten freiberuflich. Sie verkaufen Artikel, Reportagen oder Radiobeiträge an verschiedene Redaktionen oder veröffentlichen eigene Formate. Das erfordert Selbstorganisation und ein gutes Netzwerk. Die Kontakte aus dem Volontariat helfen hier.
Mit dem Studium kannst du außerdem in der Wissenschaftskommunikation arbeiten, etwa in der Pressestelle einer Hochschule, eines Forschungsinstituts oder eines Unternehmens. Hier erklärst du Forschung ebenfalls für ein breites Publikum, allerdings im Auftrag der Einrichtung und nicht als unabhängige Berichterstattung. Diesen Unterschied solltest du kennen, wenn du dich bewirbst.

Wissenschaftsjournalismus studieren: Was gibt es in MV?
In Mecklenburg-Vorpommern bietet nach unserer Recherche vom November 2026 keine Hochschule einen eigenen Studiengang Wissenschaftsjournalismus an. Wenn du das Fach studieren willst, findest du die Angebote in Deutschland im Hochschulkompass unter dem Studienbereich Journalistik, Publizistik; die Links stehen unten bei den weiteren Infos. Möchtest du lieber in MV bleiben, kannst du dir die Profile der Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern ansehen und prüfen, welche naturwissenschaftlichen oder medienbezogenen Studiengänge zu dir passen. Viele Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten haben zuerst ein Fach studiert und sind dann über ein Volontariat in den Journalismus gewechselt. Hochschulen stellen sich außerdem auf Studienmessen in MV vor.
Weitere Infos
- Studienbereich Journalistik, Publizistik im Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz: Überblick über das Fach und Suche nach Studiengängen an allen staatlich anerkannten Hochschulen in Deutschland.
- Studienfeld Kommunikation und Medien auf studienwahl.de, herausgegeben von der Stiftung für Hochschulzulassung und der Bundesagentur für Arbeit: Studieninhalte, Zugangsvoraussetzungen und typische Berufsfelder.
- Studieren mit Meerwert, das Portal des Landes Mecklenburg-Vorpommern: Hier stellen sich die Universitäten und Hochschulen im Land mit ihren Studienangeboten vor.
- https://www.wissenschaftsjournalismus.org/studium/
- https://www.wissenschaftsjournalismus.org/studium/bachelor/
Häufige Fragen
Wie lange dauert das Studium Wissenschaftsjournalismus?
Der Bachelor dauert länger als ein Bachelor ohne Praxisjahr, weil das einjährige Volontariat Teil des Studiums ist. Die Regelstudienzeit von Bachelor und Master legt die jeweilige Hochschule fest. Du findest sie in der Studienbeschreibung des Studiengangs.
Muss ich nach dem Bachelor noch ein Volontariat machen?
Nein, wenn dein Bachelor ein studienintegriertes Volontariat enthält. Du erwirbst die Redakteursqualifikation dann schon während des Studiums. Bei anderen Journalistik-Studiengängen ist ein Volontariat nach dem Abschluss üblich.
Brauche ich gute Noten in Naturwissenschaften?
Für das Zweitfach brauchst du solide Grundlagen, besonders in Mathematik, wenn du Naturwissenschaften oder Datenjournalismus wählst. Wichtiger als Bestnoten ist echtes Interesse daran, wie Forschung funktioniert. Die konkreten Zulassungsbedingungen findest du bei der Hochschule.
Kann ich auch ohne Wissenschaftsjournalismus-Studium Wissenschaftsjournalist/-in werden?
Ja. Viele steigen nach einem Fachstudium, etwa in Biologie, Physik oder Medizin, über ein Volontariat oder eine Journalistenschule ein. Das spezialisierte Studium verbindet beide Wege von Anfang an.
Wo kann ich in MV Wissenschaftsjournalismus studieren?
Ein eigener Studiengang ist in MV derzeit nicht bekannt. Bundesweite Angebote findest du im Hochschulkompass. Für ein Fachstudium in MV mit späterem Einstieg in den Journalismus helfen dir die Hochschulprofile auf diesem Portal weiter.
