Als Fachkraft Agrarservice bedienst du Traktoren, Mähdrescher und andere Landmaschinen und erledigst Feldarbeiten für landwirtschaftliche Betriebe – vom Bearbeiten des Bodens über die Aussaat bis zur Ernte. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre. Du lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. In Mecklenburg-Vorpommern ist das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) die zuständige Stelle für deine Ausbildung.
Was machst du als Fachkraft Agrarservice?
Fachkräfte Agrarservice arbeiten nach der Berufsbeschreibung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) in landwirtschaftlichen Betrieben des Pflanzenbaus, in landwirtschaftlichen Lohnunternehmen und in agrartechnischen Dienstleistungsunternehmen. Im Kern erledigst du Arbeiten auf dem Feld, oft im Auftrag anderer Betriebe. Dafür setzt du große, teure Maschinen ein und trägst Verantwortung für Menschen, Technik und Flächen.
Auf dem Feld
- Boden bearbeiten: pflügen, grubbern, eggen und das Saatbett vorbereiten
- säen und pflanzen, Maschinen dafür auf Saatgut und Fläche einstellen
- Dünger und Pflanzenschutzmittel nach Vorgaben ausbringen
- ernten, zum Beispiel Getreide, Raps, Mais oder Gras für Futter
- Erntegut transportieren und an Lager oder Abnehmer übergeben
In Saat- und Erntezeiten richtet sich der Arbeitstag nach Wetter und Feldzustand. Dann sind lange Tage üblich. Für Auszubildende unter 18 Jahren gelten die Grenzen des Jugendarbeitsschutzgesetzes.
In der Werkstatt
Außerhalb der Saison verschiebt sich die Arbeit in die Halle. Du wartest Maschinen und Geräte, stellst sie ein, wechselst Verschleißteile und erledigst kleinere Reparaturen. Moderne Landtechnik arbeitet mit Hydraulik, Elektronik, Bordcomputern und satellitengestützten Lenksystemen. Du lernst, diese Technik zu bedienen, Fehler zu erkennen und Einstellungen zu dokumentieren.
Mit Kundschaft und im Team
Zum Berufsprofil gehört laut BIBB, dass du Arbeiten auf Grundlage von Aufträgen allein oder im Team erledigst, deine Arbeit planst und dokumentierst, Arbeitsschritte festlegst und Ergebnisse kontrollierst. Du sprichst mit Kundinnen und Kunden, nutzt dafür Kommunikations- und Informationstechnik und achtest auf Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.
Welche Voraussetzungen brauchst du?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, die Betriebe wählen ihre Auszubildenden selbst aus. Diese Schulfächer helfen dir:
- Mathematik für Flächen, Mengen, Mischungsverhältnisse und Arbeitszeiten
- Physik für Mechanik, Hydraulik und Elektrik an Maschinen
- Biologie für Pflanzen, Boden und Schädlinge
- Deutsch für Arbeitsaufträge, Absprachen und Dokumentation
Du solltest gern draußen arbeiten, auch bei Hitze, Staub, Regen und Kälte. Technisches Verständnis und ein ruhiger, vorsichtiger Umgang mit schweren Maschinen sind im Alltag gefragt. Für Fahrten auf öffentlichen Straßen brauchst du eine passende Fahrerlaubnis, etwa die Klasse T für land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen. Kläre mit deinem Betrieb, wann und wie du sie erwirbst.
Für Menschen mit Behinderung, die eine reguläre Ausbildung nicht absolvieren können, dürfen die zuständigen Stellen nach dem Berufsbildungsgesetz besondere Ausbildungsregelungen erlassen, sogenannte Fachpraktiker-Berufe. Welche Regelungen es im Agrarbereich in MV gibt, erfährst du beim LALLF.
Wie läuft die Ausbildung ab?
Fachkraft Agrarservice ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Grundlage ist die Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft Agrarservice (AgrarAusbV) von 2009. Sie legt die Dauer auf drei Jahre fest und enthält den Ausbildungsrahmenplan mit allen Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten, die dein Betrieb dir vermitteln muss. Für die Berufsschule gibt es einen bundesweiten Rahmenlehrplan.
Die meiste Zeit verbringst du im Ausbildungsbetrieb. Welche Betriebe ausbilden dürfen, regelt eine eigene Verordnung über die Eignung der Ausbildungsstätte. Danach müssen unter anderem die nötigen Geräte, Maschinen und technischen Einrichtungen vorhanden und in ordnungsgemäßem Zustand sein. Die Berufsschule ist der zweite Lernort: Dort lernst du die Theorie zu Pflanzenbau, Landtechnik und Betriebsabläufen sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
Zu Beginn lernst du Grundlagen: Sicherheit am Arbeitsplatz, Pflege und Einsatz der Maschinen, Boden und Pflanzen. Mit der Zeit übernimmst du Aufträge immer selbstständiger, planst Einsätze und sprichst mit der Kundschaft. Wie die Inhalte auf die drei Jahre verteilt sind, steht im Ausbildungsrahmenplan und in deinem betrieblichen Ausbildungsplan.
Etwa zur Mitte der Ausbildung legst du eine Zwischenprüfung ab. Sie prüft die Inhalte, die der Ausbildungsrahmenplan für die ersten 18 Monate vorsieht, und den Stoff der Berufsschule bis dahin. Sie zeigt dir und deinem Betrieb, wo du stehst. Am Ende steht die Abschlussprüfung vor dem Prüfungsausschuss. Sie besteht aus mehreren Prüfungsbereichen mit praktischen Arbeitsaufgaben, einem auftragsbezogenen Fachgespräch und schriftlichen Aufgaben. In bestimmten Fällen ist eine mündliche Ergänzungsprüfung möglich. Mit bestandener Prüfung hast du den Berufsabschluss „Fachkraft Agrarservice“. Mit Abitur oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung kannst du bei der zuständigen Stelle eine Verkürzung beantragen.
Was verdienst du in der Ausbildung?
Die Ausbildung läuft nach dem BBiG. Ist dein Betrieb nicht an einen Tarifvertrag gebunden, gilt mindestens die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG. Maßgeblich ist das Jahr, in dem deine Ausbildung beginnt:
| Ausbildungsbeginn | 1. Jahr | 2. Jahr | 3. Jahr |
|---|---|---|---|
| 2026 | 724 Euro | 854 Euro | 977 Euro |
| 2027 | 764 Euro | 902 Euro | 1.031 Euro |
Die Beträge gelten monatlich und sind Untergrenzen. Sie steigen mit jedem Ausbildungsjahr. Tarifverträge können mehr vorsehen. Gilt für deinen Betrieb ein Tarifvertrag, ist die tarifliche Vergütung maßgeblich. Das LALLF stellt auf seiner Seite zum Berufsausbildungsvertrag Auszüge aus Entgelttarifverträgen der Agrarbranche in MV zur Orientierung bereit. Die genaue Höhe steht in deinem Ausbildungsvertrag.
Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice in MV
Zuständige Stelle für die Fachkraft Agrarservice in Mecklenburg-Vorpommern ist das LALLF. Es trägt deinen Ausbildungsvertrag in das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse ein, berät Auszubildende und Betriebe und organisiert die Prüfungen. Die Ausbildungsberaterinnen und Ausbildungsberater des LALLF sind jeweils für bestimmte Regionen zuständig. Auf der Seite des Landesamts findest du außerdem Vordrucke wie den Berufsausbildungsvertrag und einen Ausbildungsplan für die Fachkraft Agrarservice.
Welche Berufsschule du besuchst, erfährst du von deinem Ausbildungsbetrieb oder vom LALLF. Passende Betriebe aus deiner Region findest du im Azubi-Atlas nach Landkreis. Viele Agrarbetriebe stellen sich auch auf Ausbildungsmessen vor; die nächsten Termine stehen unter Ausbildungsmessen in MV.
Wie geht es nach der Ausbildung weiter?
Nach der Ausbildung arbeitest du als Fachkraft in Lohnunternehmen, Agrardienstleistern oder Pflanzenbaubetrieben. Mit Berufserfahrung kannst du dich spezialisieren, etwa auf bestimmte Erntetechnik oder die Einsatzplanung.
- Meisterin oder Meister: Es gibt eine eigene Meisterprüfung zum Agrarservicemeister oder zur Agrarservicemeisterin. Damit kannst du Teams führen und selbst ausbilden.
- Fachschule: An Fachschulen für Agrarwirtschaft oder Technik kannst du dich zur staatlich geprüften Wirtschafterin oder zum staatlich geprüften Wirtschafter beziehungsweise zur Technikerin oder zum Techniker weiterbilden.
- Studium: Mit Hochschulzugangsberechtigung kommen Studiengänge in Agrarwissenschaften oder Agrartechnik infrage.
Wenn du auch Tierhaltung und die Führung eines landwirtschaftlichen Betriebs lernen willst, schau dir das Berufsbild Landwirt/in an.
Häufige Fragen
Heißt der Beruf Fachkraft Agrarservice oder Fachkraft für Agrarservice?
Die amtliche Bezeichnung in der Ausbildungsordnung lautet „Fachkraft Agrarservice“, ohne „für“. Gemeint ist derselbe Beruf. Im Alltag und in Stellenanzeigen liest du beide Schreibweisen.
Was ist der Unterschied zur Ausbildung als Landwirt/in?
Landwirtinnen und Landwirte lernen Pflanzenbau, Tierhaltung und die Führung eines Betriebs. Als Fachkraft Agrarservice liegt dein Schwerpunkt auf Feldarbeiten im Pflanzenbau, auf Maschinen und auf Dienstleistungen für Kundinnen und Kunden. Beide Berufe dauern drei Jahre.
Wo kann ich die Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice in MV machen?
Du schließt deinen Vertrag mit einem anerkannten Ausbildungsbetrieb in MV, etwa einem Lohnunternehmen oder einem Pflanzenbaubetrieb. Welche Berufsschule du besuchst, erfährst du von deinem Betrieb oder vom LALLF. Bei Fragen zu Betrieben und Verträgen hilft dir die Ausbildungsberatung des LALLF.
Kann ich die Ausbildung verkürzen?
Ja, das ist auf Antrag möglich, wenn zu erwarten ist, dass du das Ausbildungsziel in kürzerer Zeit erreichst. Gründe sind zum Beispiel Abitur, Fachhochschulreife oder eine abgeschlossene Berufsausbildung. Den Antrag stellst du gemeinsam mit deinem Betrieb beim LALLF.
Brauche ich vor der Ausbildung einen Führerschein?
Vorgeschrieben ist er für den Ausbildungsbeginn nicht. Die Ausbildungsordnung nennt aber ausdrücklich, dass du landwirtschaftliche Zug- und Arbeitsmaschinen im Rahmen der Führerscheinklasse T im öffentlichen Straßenverkehr führst. Frag schon im Bewerbungsgespräch, wie dein Betrieb den Erwerb der Fahrerlaubnis regelt.
Weitere Infos
- BIBB: Fachkraft Agrarservice: Berufsprofil, Tätigkeitsfelder, Zuständigkeitsbereich Landwirtschaft, Dauer 36 Monate und Rechtsgrundlagen.
- Ausbildungsordnung AgrarAusbV: Wortlaut der Verordnung über die Berufsausbildung zur Fachkraft Agrarservice mit Zwischen- und Abschlussprüfung.
- LALLF: Ausbildungsberatung: Ansprechpersonen der zuständigen Stelle in MV für die Fachkraft Agrarservice.
- LALLF: Ausbildungsvertrag und Vergütung: Vordrucke zum Ausbildungsvertrag, Ausbildungsplan Fachkraft Agrarservice und Auszüge aus Entgelttarifverträgen.